Apple-Aktienanalyse – Aktie nun kaufen?

Zahlreiche Kunden nutzen weltweit die Produkte von Apple und sorgen dafür, dass die Kasse nur so klingelt. Apple ist eine Cash-Maschine, die Gewinne sprudeln. Die Marke ist bärenstark und der Burggraben tief. Es ist eine Aktie, die nicht nur der Altmeister Warren Buffett liebt. Ob ich die Apple Aktie kaufen würde? Darum geht es in dieser Apple-Aktienanalyse.

Apple-Aktienanalyse

Apple im Überblick

Kennzahlen

SektorTechnologie
Kurs in USD144,87
Börsenwert in Mrd. USD2.344,75
KGV 2022 / 202324 / 22
KUV 2022 / 20235,95 / 5,66
Dividendenrendite0,62%
Free Cashflow Rendite4,60%
Aktienliebe Score69,62%
Abstand 52W Hoch20,81%
Stand12.07.2022

Aktienkurs

Apple Aktienanalyse
Quelle: aktien.guide*

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Geschäftsmodell

Ich denke, dass nahezu jeder die Firma mit dem Apfel-Logo kennt, oder? Apple ist bekannt für seine qualitativ hochwertigen und nutzerfreundlichen Produkte – allen voran das Flaggschiff: Das iPhone.

Das in Cupertino (Kalifornien) ansässige Unternehmen wurde 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet und hat es wie fast kein anderes Unternehmen geschafft, eine so starke Marke aufzubauen, die Kunden und Fans sogar dazu bringt, vor Geschäften zu campen, um als Erster ein neues Apple-Produkt kaufen zu können. Die Fangemeinde ist groß und stark. Kunden sind bereit, deutlich höhere Preise für Apple-Produkte zu zahlen, als dies bei der Konkurrenz der Fall ist. Denn Apple gilt als Statussymbol.

Hinzukommt die Tatsache, dass Apple ein eigenes Ökosystem geschaffen hat. Die Produkte sind nicht mit denen der Konkurrenz kompatibel. Zudem ist die Bedienung einfach und intuitiv. Wer einmal in den Apple-Kosmos eingetaucht ist, bleibt oftmals Apple-Kunde.

Neben dem iPhone produziert Apple auch andere beliebte Hardware-Produkte, wie beispielsweise das iPad, MacBook, die Apple-Watch oder die derzeit sehr beliebten AirPods. Aber auch das Software-Angebot nimmt zu. Über den AppStore können Nutzer Apps herunterladen und Apple verdient daran kräftig mit. Mit Apple-TV bietet das Unternehmen zudem ein Streaming-Angebot im Abo-Modell. In der iCloud können Fotos, Dateien uvm. gespeichert werden und mit Apple-Pay ist man nun auch im lukrativen Payment-Markt aktiv. Zuletzt machte Apple mit Plänen zu einem Apple-Car auf sich aufmerksam.

Gut 50% der Umsätze werden aber immer noch mit dem iPhone erzielt. Auch wenn die anderen Bereiche, insbesondere das Servicegeschäft, in den letzten Jahren stark gewachsen sind, ist das iPhone weiterhin das mit Abstand wichtigste Produkt für Apple. Um diese Abhängigkeit weiter zu reduzieren versucht Apple verstärkt auf andere Segmente zu setzen, insbesondere das Service-Geschäft boomt und wuchs von 2020 auf 2021 mit 27%.

SWOT-Analyse

Stärken

Tiefer Burggraben: Apple ist eine der stärksten Marken, die ich kenne. Es ist dem Unternehmen gelungen, ein Statussymbol zu schaffen, das Menschen weltweit kennen und schätzen. Das iPhone ist mehr als nur ein Smartphone. Es ist ein Luxusprodukt, ähnlich wie ein BMW. Die Anhängerschaft ist groß und Produkttreu (einmal iPhone immer iPhone :-)). Aufgrund dieser starken Position ist Apple auch in der Lage, seine Produkte zu höheren Preisen als die Wettbewerber zu verkaufen. Diese Preissetzungsmacht ist besonders in Zeiten einer drohender Rezession ein echter Vorteil.  

Hohe Profitabilität: Die von Apple erzielten Gewinnmargen sind hoch, ebenso die Eigenkapitalrendite. Apple zählt sicherlich zu den profitabelsten Unternehmen an der Börse. Eine operative Gewinnmarge von über 30% ist für ein Unternehmen, das Hardware produziert, schon ziemlich gut.

Hohe Cash-Generierung: Apple ist eine Cash-Cow und erwirtschaftet unglaublich viel Geld mit seinen Produkten. Der Free-Cashflow für 2022 soll bei sage und schreibe 107 Mrd. USD liegen. Das führt dazu, dass Apple aktuell auf ordentlich Nettoliquidität sitzt und es sich aussuchen kann, wofür man das Geld verwendet. Steigende Zinsen können Apple schlichtweg egal sein.

Innovation: Apple ist ein sehr innovatives Unternehmen und setzte in der Vergangenheit immer die Maßstäbe für die Zukunft. Mit dem iPhone, dem iPad und jetzt den AirPods hat Apple bewiesen, dass man Trendsetter und vor allem innovativ ist.

Schwächen

Hohe Abhängigkeit vom iPhone: Zwar entwickelt sich das Servicegeschäft prächtig. Dennoch wird immer noch die Hälfte des Umsatzes mit dem iPhone erwirtschaftet. Das Wachstum in diesem Segment ist begrenzt. Sicherlich können weitere iPhones an bestehende Kunden verkauft werden. Und sicherlich wird auch das ein oder andere iPhone an Menschen verkauft werden können, die bislang kein oder ein Smartphone der Konkurrenz genutzt haben. Ein dauerhaft zweistelliges Wachstum sehe ich jedoch nicht.

Chancen

Finanzielle Situation: Die finanzielle Situation sieht hervorragend aus. So kann Apple viel Geld investieren um so in neuen Geschäftsbereichen zu wachsen. Ein Beispiel ist der Gesundheitsbereich. Mit der Apple-Watch ist es bereits jetzt möglich, den Puls zu messen oder EKGs zu erstellen. Die Daten, die so täglich gesammelt werden, können in einem nächsten Schritt auch für weitere Gesundheitsdienstleistungen nutzbar gemacht werden. Des Weiteren benötigt Apple sicherlich auch viel Geld, um die Pläne zum Apple-Car voranzutreiben.

Eigene Chip-Produktion: Die letzten Jahre waren Lieferketten oft ein Thema. Apple hat nun angekündigt, dass man zukünftig mit der Herstellung eigener Chips und Halbleiter beginnen möchte. Dies erhöht die Unabhängigkeit gegenüber Lieferanten.

Risiken

Rezession: Wenn die Menschen aufgrund gestiegener Preise zunehmend weniger Geld in der Tasche haben, könnten sie bei teuren Konsumprodukten sparen. Sicherlich könnte der ein oder andere überlegen, ob es jetzt tatsächlich das neue iPhone sein muss oder ob es nicht eine günstigere Variante der Konkurrenz auch tut (vielleicht kann man das alte iPhone auch länger nutzen).

Monopol des App-Stores könnte fallen: Apple verdient richtig Geld mit seinem App-Store. Ein äußerst lukratives Geschäft. Denn Apple kassiert für Verkäufe über den App-Store 30 %. Was für eine Gelddruck-Maschine. Die Kosten liegen für Apple schließlich nahe Null.

Zunehmender Konkurrenzdruck: Huawei, Samsung und Co. bieten ebenfalls innovative und oftmals günstigere Produkte an.

Trends: Innovationszyklen sind bei Technologie-Unternehmen sehr kurz. Wird ein neuer Trend verpasst, drohen Gewinne einzubrechen (Beispiel Nokia und das Smartphone).

Scheitern von „The next big thing“: Ob Apple der erfolgreiche Eintritt in den Markt für E-Mobilität gelingt ist fraglich. Gleichzeitig braucht Apple weitere Wachstumsfelder, um stagnierende Umsätze im iPhone-Geschäft zu kompensieren. Hier sehe ich ein gewisses Risiko, dass am Ende des Tages zwar viel Geld investiert wird, der Erfolg langfristig jedoch ausbleibt.

Konkurrenzvergleich

Es gibt kein Unternehmen, dass ich 1:1 mit Apple vergleichen würde. Für den Konkurrenzvergleich habe ich mir Microsoft ausgesucht, auch wenn Microsoft nicht im Smartphone Geschäft tätig ist.

  
Marktkapitalisierung in Mrd.2.3441.978
KGV24 / 2227 / 25
Dividendenrendite0,62%0,92%
Umsatzwachstum 3Je5,49%14,52%
EBIT Wachstum 3Je4,81%16,84%
Verschuldungsgrad-0,53-0,73
Gewinnkontinuität 5J55
Max. Drawdown 5J-10%0%
EK Rendite > 15 % (3J)92%43%
EBIT Marge > 10 %30%42%
Renditeerwartung6%10%
Gesamtscore70%91%

Im Vergleich zu Microsoft schneidet Apple nicht so gut ab. Das Wachstum ist bei Microsoft deutlich höher, ebenso meine Renditeerwartung.

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Bewertung von Apple

Nun gehe ich der Frage nach, wie es um die Bewertung der Apple-Aktie steht. Dass es sich um ein großartiges Unternehmen handelt, steht wohl außer Frage. Aber ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau ein Kauf?

Aktienliebe Scorecard

Mit der Aktienliebe Scorecard messe ich die Qualität der Kennzahlen sowie die aktuelle Bewertung. Beides ist gleichgewichtet und soll mit einer Kennzahl eine Indikation dazu geben, ob die Aktie aktuell kaufenswert ist oder nicht. Unternehmen mit einem Score von mindestens 80% finde ich besonders interessant.

Apple kommt auf einen Aktienliebe Score von nur 70%. Schauen wir uns im Folgenden genauer an, weshalb Punkte verloren gehen:

Apple Aktienanalyse

Umsatz und Gewinn wachsen von Jahr zu Jahr stetig. Nach Schätzung der Analysten soll sich das Wachstum aber in den kommenden drei Jahren auf 4-6% verlangsamen. Angesichts der Größe des Unternehmens mit einer Marktkapitalisierung von über 2 Billionen USD ist es auch wirklich schwierig, weiterhin mit 10% p.a. zu wachsen.

Apple Aktienanalyse

Positiv schneidet Apple bei den Risiko- und Profitabilitätskennzahlen ab. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Die Eigenkapitalrendite (also die Verzinsung des Geldes der Aktionäre) liegt bei unglaublichen 92% im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Ebenso kann sich die operative Gewinnmarge von 30% sehen lassen. Eine so hohe Marge zeigt, wie stark die Marke Apple und damit die Preissetzungsmacht ist. Die Bilanz ist top. Apple sitzt auf einer Nettoliquidität von 62 Mrd. USD. Das gibt nicht nur volle Punktzahl in meiner Scorecard, sondern versetzt Apple auch in die Lage, weiter stark in die Zukunft und „The next big thing“ zu investieren.

Für die Ermittlung der Renditeerwartung habe ich ein einfaches DCF Modell genutzt. Diesem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass der Unternehmenswert der Summe sämtlicher zukünftiger Gewinne entsprechen muss. Da ein Euro Gewinn in der Zukunft aufgrund der Inflation oder Opportunitätskosten weniger wert ist als ein Euro heute, werden die geschätzten zukünftigen Gewinne auf den heutigen Stichtag abgezinst (also diskontiert = discounted).

Aufgrund der aktuellen Umsatz- und Gewinnschätzungen habe ich ab 2026 ein weiteres Wachstum von 4% p.a. angesetzt. Dieses schwächt sich in meinem Modell alle 5 Jahre um 25% ab. Bei diesen Annahmen erreicht Apple nur eine Renditeerwartung von 6% p.a.

Apple Aktienanalyse
Bewertung im historischen 5-Jahres Vergleich
Apple Aktienanalyse
Fairer Wert der Apple-Aktie

Für die dynamische Aktienbewertung mit dem Aktienfinder ziehe ich den um Sondereffekte bereinigten Gewinn heran. In den letzten 15 Jahren wurde Apple mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 bewertet. Aufgrund der hohen Qualität würde ich Apple ein KGV von 22 zugestehen. Damit ergäbe sich eine Renditeerwartung von 6,8% p.a..

Apple Aktienanalyse
Quelle: aktienfinder.net
Dividende

Apple zahlt seit dem Jahr 2012 auch eine Dividende, die seither regelmäßig gesteigert wird. In den letzten 5 Jahren hat die Dividende um rund 9% p.a. zugelegt. Die Ausschüttungsquote ist mit 20% sehr gering und ermöglicht auch in den kommenden Jahren steigende Dividenden. Mit einer aktuellen Dividendenrendite von 0,62% für 2022 ist Apple jedoch für reine Dividendeninvestoren nicht ganz so interessant.  

Apple Aktienanalyse
Quelle: aktien.guide*
Weitere Überlegungen zur Bewertung

Apple notiert aktuell leicht über der 38 Tage Linie, aber immer noch unterhalb des Durchschnitts der letzten 100 und 200 Tage.

Apple Aktienanalyse
Quelle: ariva.de

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Fazit der Apple-Aktienanalyse

Ich persönlich mag die Produkte von Apple sehr. Sie sind optisch ansprechend, einfach zu bedienen und qualitativ hochwertig. Apple ist ein großartiges Unternehmen und diejenigen unter euch, die bereits länger investiert sind, sitzen auf guten Gewinnen.

Qualität hat bekanntlich seinen Preis, das gilt nicht nur für die Apple-Produkte, sondern auch für die Aktie. Wer die Aktie heute erwirbt, kann sich langfristig sicherlich über einen soliden Basiswert für das Depot freuen. Gleichwohl erscheinen mir hohe Kursgewinne als unwahrscheinlich. Alle Bewertungsverfahren lassen eher auf eine mittelmäßige Renditeerwartung schließen.

Auf dem derzeitigen Niveau ist die Apple-Aktie für mich persönlich daher kein Kauf. Aktuell gibt es viele andere Aktien, die ich interessanter finde. Sollte Apple zukünftig jedoch mal bei einem KGV von unter 20 notieren, würde ich mir die Aktie nochmals genauer anschauen. Bis dahin bleibt Apple auf meiner Watchlist.

Wie immer gilt natürlich, dass dies nur mein subjektiver Eindruck ist. Ihr könnt natürlich eine andere Sichtweise auf die Aktie haben.

Ich hoffe, euch hat meine Analyse zur Apple Aktie gefallen. Falls ja, freue ich mich sehr über eure Unterstützung in meiner Kaffeekasse. Ich wünsche euch viel Erfolg beim Investieren.

Beste Grüße


Danke für deine Unterstützung

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Disclaimer

Ich habe die Apple-Aktienanalyse nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, kann aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Bei der Apple-Aktienanalyse handelt es sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder eine sonstige Beratung. Es handelt sich nicht um Steuerberatung. Es handelt sich lediglich um meine persönliche Meinung.

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