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Airbnb-Aktienanalyse – Disruptor der Reisebranche

Einer der am meisten erwarteten Börsengänge in diesem Jahrtausend war ohne Zweifel der von Airbnb. Ein Unternehmen, das mit seinem Geschäftsmodell die ganze Reisebranche disruptiert hat, ohne auch nur eine einzige Ferienimmobilie selbst zu besitzen. Airbnb erreicht Bruttomargen von 70 – 80 %, das ist normalerweise die Liga von Visa oder Mastercard. Aber es zeigt uns auch ganz schön, warum an der Airbnb-Aktie ein so großes Interesse besteht. Außerdem war der Konzern 2021 das erste Mal in seiner noch jungen Geschichte profitabel. Und nun sind auch noch fast alle Reisebeschränkungen wegfallen. Das lässt die Reiselust erwachen. In der heutigen Aktienanalyse prüfe ich, ob die Airbnb-Aktie ein Kauf ist.

Airbnb-Aktienanalyse

Die Airbnb-Aktienanalyse ist in Zusammenarbeit mit Jonas von aktien4freedom entstanden. Schau gerne mal auf seinem Blog vorbei. Hier findest du viele spannende Aktienanalysen, u.a. zu Teladoc, HeidelbergCement, Sea Ltd uvm.

Die Airbnb-Aktie im Überblick

Globale Plattform: Airbnb betreibt eine globale Plattform und verbindet damit Gastgeber und Gäste, um Unterkünfte auf der ganzen Welt zu vermieten und buchen.

Enormes Wachstum: Der Umsatz wächst mit rund 25% pro Jahr, der Gewinn noch viel stärker. Airbnb gewinnt immer mehr Marktanteile! Dabei ist Airbnb bereits profitabel!

Generation Y liebt Work-Life-Balance: Was früher undenkbar war, ist heute Realität. Viele jüngere Arbeitnehmer leben ihren Traum von Workcation. Airbnb bietet hier eine günstige Möglichkeit, Arbeit und Urlaub zu verbinden. Das erhöht die Nachfrage nach Vermittlungen privater Wohnräume.

Aktie kaufenswert? Die Aktie ist im Zuge der laufenden Korrektur um mehr als 40% zurückgekommen. Dennoch liegt das 2022er KGV immer noch bei 60, das KUV bei 8,8. Ist die Aktie nun kaufenswert?

Kennzahlen

NameAIRBNB, INC.
SymbolABNB
SektorZyklischer Konsum
Kurs in USD114,30
Börsenwert in Mrd. USD72,75
KGV 2022 / 202360/ 48
KUV 2022 / 20238,81/ 7,39
Dividendenrendite0,00%
Free Cashflow Rendite3,31%
Aktienliebe Score89,45%
Abstand 52W Hoch46%

Aktienkurs

Die Airbnb-Aktie notiert heute unter ihrem ersten Schlusskurs zum Börsengang. Bislang konnte die Aktie bei der Kursperformance noch nicht überzeugen.

Quelle: aktien.guide*

Das Geschäftsmodell von Airbnb

Unternehmensgeschichte

Die Gründung: Airbnb wurde erst vor gut 15 Jahren, genauer gesagt im Jahr 2007, gegründet. Airbnb heißt auch eigentlich gar nicht Airbnb, sondern Airbed & Breakfast und das nicht ohne Grund. 2007 zog der Gründer von Airbnb, Brian Chesky, nach San Francisco, um dort bei einem Cornflakes-Startup zu arbeiten. Daraus wurde aber nichts, denn das Startup ging pleite. Brian war somit arbeitslos und konnte nicht mal mehr seine eigene Miete bezahlen. Also kamen Chesky und sein Co-Gründer Joe Gebbia auf die Idee ihre eigenen Wohnung unterzuvermieten, und zwar mit Luftmatratzen (Airbed) & einem inbegriffenen Frühstück (Breakfast). So kam der Name Airbnb zustande. Zu ihrem Glück fand gleichzeitig die Salesforce-Konferenz statt, das heißt, die Hotels in San Francisco waren voll ausgebucht. Bereits ein paar Stunden, nachdem Brian & Joe die Website live geschaltet hatten, kamen die ersten beiden Buchungsbestätigungen rein.

Internationale Expansion und Einführung der Gastgeber-Garantie: Im Juni 2011 beginnt Airbnb mit der internationalen Expansion. Das erste Büro wird in Deutschland eröffnet. Viele potenzielle Kunden sind allerdings skeptisch: Schließlich wohnen Fremde in den eigenen 4 Wänden. Was passiert im Schadensfall? Um die Gastgeber abzusichern, führt Airbnb im Mai 2012 die Gastgeber-Garantie ein. Damit sind Sachschäden in Höhe von bis zu 1 Mio. US-Dollar abgedeckt.

Börsengang: Im Dezember – also mitten in der Corona-Krise – geht Airbnb an die Börse. Der Ausgabepreis lag bei 68 US-Dollar. Gleich zu Handelsbeginn legte die Aktie um über 100% zu! Heute liegt der Aktienkurs bei rund 114 US-Dollar.

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Management

CEO von Airbnb ist seit Anfang an der Gründer Brian Chesky. 1981 in Niskayuna, New York geboren entschied sich Brian früh für eine Karriere in der Kunstwelt. So begann er 1999 sein Studium an der Rhode Island School of Design und schloss dort 2004 mit einem Master of Industrial Design ab. Wie schon aus der Unternehmensgeschichte oben bekannt ist, zog Brian 2007 auf Geheiß seines College Kumpels Joe Gebbia nach San Francisco, um bei einem Cornflakes-Startup zu arbeiten, was gründlich schief ging. Trotzdem schafften es die beiden eine der vertrauenswürdigsten Marken weltweit aufzubauen.

Brian Chesky, CEO
Quelle: airbnb.com


Besonders beeindruckend ist die Hingabe, mit der Brian Airbnb führt. 2008 zogen er und Joe beispielsweise nach New York um, da dort die Nachfrage nach Airbnb viel höher als in San Francisco war. Vielleicht hat Brian Chesky nicht die besten akademischen Referenzen, aber er arbeitet mit voller Hingabe für sein Lebenswerk Airbnb. Somit denkt er auch nicht wie ein typischer CEO, er denkt wie ein Unternehmer, reagiert sehr schnell auf sich verändernde Umstände, siehe Corona. Diese Qualitäten sind bedeutender als jegliches akademische Wissen.

Chesky hält heute noch 3,51% der Aktien an Airbnb. Quelle: marketscreener.com

Zusammengefasst: Ein leidenschaftlicher, erfinderischer, stark im Unternehmen investierter CEO, welcher alles für sein Unternehmen tut. Eine 11/10.

Das Geschäftsmodell im Detail

Airbnb vermittelt Unterkünfte. Im Gegensatz zu vielen anderen Buchungsportalen können bei Airbnb aber nicht nur gewerbliche Anbieter wie beispielsweise Hotels ihre Zimmer einstellen, sondern auch Privatleute wie du und ich können unsere Wohnung untervermieten.

Airbnb verdient sein Geld komplett mit den Vermittlungsprovisionen. Denn Airbnb kassiert bei jeder Buchung über seine Plattform einen gewissen Anteil des Buchungsbetrages ein – nämlich sage und schreibe 15%. Daraus folgte eine richtig starke Bruttomarge von 80,71 % im Jahr 2021.

Das ist auch der Grund dafür, dass Airbnb kein Tourismus-, sondern eher ein Softwareunternehmen ist. Wenn ihr mal einen Blick nach unten auf den Auszug aus dem Jahresbericht 2021 werft seht ihr, wie brutal die Zahlen von Airbnb sind und woher der Hype um die Aktie kommt.

Airbnb Jahresbericht 2021
Quelle: Airbnb Investor Relations, Jahresbericht 2021

Fast 301 Millionen gebuchte Nächte und „Erfahrungen“ im Coronajahr 2021. Und Airbnb gehört keine einzige dieser Immobilien, trotzdem verdienen sie 15 % an jeder Buchung. Somit kann jeder, der einen ungenutzten Platz hat, kurzerhand und ohne viel Bürokratie zum Vermieter werden und sich nebenbei noch etwas hinzuverdienen.

Das sind meiner Meinung auch die Gründe dafür, warum Airbnb nicht nur bei Investoren so beliebt ist, sondern ebenso bei den Mietern & Vermietern.

Umsatz nach Regionen

50% des Umsatzes werden in den USA und 50% international erwirtschaftet. Die Umsätze nach Absatzmarkt sind damit tatsächlich hälftig aufgeteilt. Das „international“ verwirrt etwas. Wenn man sich die Umsätze mal genauer ansieht fällt schnell auf, dass „international“ zum Großteil Europa ist.

Umsatzwachstum je Absatzmarkt

Viel beeindruckender als die Diversifikation ist das Umsatzwachstum in den einzelnen Absatzmärkten. So stieg das Buchungsvolumen in den USA von 2020 auf 2021 um starke 81,75 %. International war der Anstieg mit 73,19 % nicht mehr ganz so groß, aber dennoch sehr beeindruckend.

Außerhalb dieser Kernregionen läuft es für Airbnb nicht ganz so gut. Aus China möchte man sich nun vollständig zurückziehen.

Marktwachstum

Airbnb ist im Markt für Online-Buchungen von Unterkünften tätig. Es wird erwartet, dass der Markt in Zukunft stetig mit rund 10% p.a. wachsen wird. Dieses Jahr sollen etwa 50 % der Hotelbuchungseinnahmen online erzielt werden.

Konkurrenz

Der globale Markt ist ziemlich fragmentiert. Es tummeln sich dort viele Akteure auf der ganzen Welt. Zu den größten Akteuren zählen Booking Holdings, Expedia, TripAdvisor und natürlich Airbnb.

Für den Konkurrenzvergleich habe ich mir Booking Holdings und Expedia herausgesucht. Keines der drei Unternehmen zahlt aktuell eine Dividende. Es fällt auf, dass Booking Holdings deutlich günstiger als Airbnb bewertet ist. Zudem ist die Gewinnmarge höher. Das erwartete Umsatzwachstum für die kommenden drei Jahre ist bei allen drei Unternehmen über 20%, allerdings ist Booking Holdings auch hier das beste Unternehmen.

Werbung: Die jährlich verursachten CO2-Emissionen haben den höchsten Stand in der Geschichte der Menschheit erreicht. Um dennoch eine klimaneutrale Zukunft zu ermöglichen, bedarf es vor allem eins – viel Kapital. Bis zum Jahr 2050 müssen dafür Investitionen von mehr als 40 Billionen Euro getätigt werden, vor allem am privaten Kapitalmarkt. Wir können davon profitieren.

econos.green ist eine Investment-Plattform, welche grüne und nachhaltige Projekte mit starken Renditen anbietet. Menschen haben die Möglichkeit in exklusive, renditestarke und im Kern nachhaltige Projekte zu investieren, wie Solar- und Batterieprojekte, Wald sowie junge Unternehmen mit innovativen Klimatechnologien (Venture Capital). Schaut euch gerne einmal diese Plattform bei Interesse an.

SWOT-Analyse

Weiter geht es mit der SWOT-Analyse zur Airbnb-Aktie. Die SWOT-Analyse [engl. Akronym für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken)] ist ein gutes Instrument für die Einschätzung, ob die Airbnb-Aktie qualitativ kaufenswert ist oder nicht.

Stärken

Großartige Marke: Airbnbs Geschäftsmodell besteht ja darin, Mieter und Vermieter zusammen zu bringen. Aber wie bekomme ich einen Vermieter dazu, beispielsweise seine Wohnung an einen Wildfremden ohne schlechtes Gewissen zu vermieten? Genau da kommt Airbnb und das Vertrauen in die Marke Airbnb ins Spiel. Wenn ein potenzieller Mieter nur beste Bewertungen auf Airbnb hat, hat auch der Vermieter beim Vermieten ein gutes Gefühl. Das wiederum stärkt weiter das Vertrauen in die Marke Airbnb.

Ein weiterer Pluspunkt der Marke Airbnb ist folgender: Ähnlich wie bei PayPal entsteht eine Art Schneeballeffekt, nur auf die gute Weise. Je mehr Vermieter Airbnb als Plattform nutzten, desto größer wird das Angebot auf Airbnb. Und je größer das Angebot ist, desto mehr Mieter werden die Plattform aufsuchen. Je mehr Mieter die Plattform nutzen, desto mehr neue Vermieter werden sich anmelden. Und so weiter…

Skalierbares Geschäftsmodell: Es hat durchaus einen Grund, warum man Airbnb nicht als klassisches Reiseunternehmen, sondern eher als Softwareunternehmen betrachten muss. Wie schon erwähnt hat Airbnb eine der besten Bruttomargen aller Unternehmen weltweit. Das kommt daher, weil Airbnb sein Geschäft skalieren kann wie sonst eigentlich nur Visa oder Mastercard.

Quelle: aktienfinder.net

Dadurch, dass Airbnb wie ein Broker zwischen Mieter und Vermieter agiert und dafür 15 % Provision für die Vermittlung einstreicht, wird der Kostenanteil für Airbnb brutal gemindert. Jede zusätzliche Buchung, die über die Plattform abgewickelt wird, verursacht defacto keine zusätzlichen Kosten und läuft damit fast 1:1 in den Gewinn.

Gründergeführt: Wie ich bei der CEO – Vorstellung schon erwähnt habe, ist Airbnb immer noch gründergeführt. Ich liebe solche Unternehmen, da Gründer in der Regel langfristig denken und nicht nur eine kurzfristige Optimierung anstreben.

Schwächen

Steigende Anzahl der Aktien: Dass die Zahl der ausstehenden Aktien zunimmt, ist bei Wachstumsunternehmen durchaus üblich. Diese Unternehmen müssen ihre Expansionen ja irgendwie finanzieren. Trotzdem sieht das kein Aktionär gerne.

steigende Anzahl der Aktien
Quelle: aktienfinder.net

Mehr Aktien bedeuten im Umkehrschluss, dass sich der Gewinn auf mehr Aktionäre verteilt. Das ist nichts anderes als eine Gewinnverwässerung. Dadurch, dass Airbnb erst seit kurzem profitabel arbeitet, schmerzen in diesem Fall weitere Gewinnverwässerungen gleich doppelt.

Investor Relations: Die Investor Relations von Airbnb sind meiner Meinung nach sehr unübersichtlich und schlecht aufgebaut. Schaut selbst (Link zu Investor Relations). Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so schlecht aus, aber wenn man etwas sucht, ist die Website sehr unübersichtlich. Informationen kann man zudem nicht einfach so downloaden oder anschauen. Man muss sich überall vorher anmelden.

Es sieht so aus, als dass man sich nicht um eine gute, übersichtliche Kommunikation mit den Aktionären bemüht. Das ist, wie ich finde, sehr unprofessionell, vor allem da es sich bei Airbnb um einen Weltkonzern handelt.

Chancen

Home-Office ist gekommen um zu bleiben: Home-Office hat Airbnb komplett in die Karten gespielt. Das Arbeitsleben ist durch Corona viel flexibler geworden. Man muss nicht mehr jeden Tag ins Büro und kann quasi von überall auf der Welt aus arbeiten. Da sich das Arbeitsleben meiner Meinung nach nachhaltig gewandelt hat, birgt der Trend zum Home-Office und die Möglichkeit des flexiblen, weltweiten Arbeitens eine große Chance für Airbnb.

Shareholderletter Q4/21
Quelle: Airbnb Investor Relations

Regulierungen & Regierungen: Regulierungen können sich langfristig durchaus positiv auf Airbnb auswirken. Ich weiß, dass hört sich jetzt erstmal sehr abstrakt an, aber lasst es mich kurz erklären. Ein Netzwerk wie das von Airbnb aufzubauen, braucht viel, viel Zeit, Geduld und unzählige Genehmigungsverfahren & Anträge in allen unterschiedlichen Ländern. Zusätzlich ändern sich die gesetzlichen Vorschriften ständig und werden meistens immer strenger.

Eben durch jene Regulierungen wird es nun für kleine, disruptive Startups deutlich schwieriger Airbnb gefährlich zu werden, da Airbnb schneller und besser auf die neuen Umstände reagieren kann.

Risiken

Da Airbnb ein sehr junges Unternehmen ist, gibt es dementsprechend einige Risiken zu beachten, die wir uns jetzt zusammen anschauen werden.

Zyklik & fehlende Diversifikation: Die Reisebranche an sich ist eine sehr zyklische Branche, denn wenn es den Leuten aufgrund einer schlecht laufenden Wirtschaft an Geld mangelt, wird es mit Urlaub machen schwierig.

Lockdowns & Virusvarianten: Ganz plakativ. Unten im Google-Aktienchart seht ihr in Lila die Zeitpunkte markiert, an denen neue Corona-Varianten entdeckt wurden. Die Airbnb-Aktie reagierte darauf mit großen Kursverlusten. Sollten weitere Varianten des Virus entstehen, stehen die Chancen gut, dass sich dieses Schauspiel im Aktienkurs wiederholen könnte.

Reaktion der Airbnb Aktie auf neue Virusvarianten

Konkurrenz: Erfolgreiche Geschäftsmodelle werden gerne kopiert. Neue Anbieter sollten es m.E. eher schwer haben, in den Markt einzudringen. Aber etablierte Konkurrenten wie Booking Holdings oder Expedia könnten mit entsprechenden Konkurrenzangeboten Druck auf die Margen ausüben.

Fundamentale Analyse

Kommen wir nun zum nächsten Abschnitt der Airbnb-Aktienanalyse. Hier prüfen wir, ob das Unternehmen aufgrund der Kennzahlen aktuell ein Kauf sein könnte.

Aktienliebe Score

Mit der Aktienliebe Scorecard messen wir die Qualität der Kennzahlen sowie die aktuelle Bewertung. Beides ist gleichgewichtet und soll mit einer Kennzahl eine Indikation dazu geben, ob die Aktie aktuell kaufenswert ist oder nicht. Unternehmen mit einem Score von mindestens 80% stufe ich als kaufenswert ein.

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Da Airbnb noch nicht so lange an der Börse ist, habe ich vorliegend die Scorecard leicht angepasst. Üblicherweise schaue ich 5 Jahre in die Vergangenheit. Hier habe ich nur die Daten ab 2020 berücksichtigt. Dies ist aber zu verkraften, da das Wachstum bei Airbnb in den letzten 5 Jahren sicherlich über den in der Scorecard geforderten 10% p.a. lag.

Wachstum

Umsatz und Gewinn wachsen, das ist wenig überraschend. In den kommenden drei Jahren soll der Umsatz mit 25% pro Jahr steigen. Der operative Gewinn hingegen soll nach Meinung der Analysten sogar um 83% p.a. zulegen! Das ist eine Ansage und zeigt, wie skalierbar das Plattformgeschäft ist.

Risiko

Airbnb hat keine Nettoschulden, sondern rund 8 Mrd. US-Dollar Cash in der Kasse. Punktabzug gibt es natürlich dafür, dass das Unternehmen erst seit letztem Jahr profitabel ist. Meine Scorecard fordert mindestens 5 Jahre, das erreicht Airbnb nicht.

Profitabilität

Da Airbnb in den letzten drei Jahren nur einmal Gewinn erwirtschaftet hat, liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der letzten drei Jahre im negativen Bereich. Positiv ist hingegen die Margenentwicklung. Hierauf bin ich bereits weiter oben eingegangen.

Bewertung

Kommen wir nun zur Bewertung der Airbnb-Aktie. Diese fließt im Rahmen meiner Scorecard zu 50% in den Gesamtscore mit ein. Für die Bewertung wird wie immer ein einfaches DCF Modell genutzt. Diesem liegt die Annahme zugrunde, dass der Unternehmenswert der Summe sämtlicher zukünftiger Gewinne entsprechen muss. Da ein Euro Gewinn in der Zukunft aufgrund der Inflation oder Opportunitätskosten weniger wert ist als ein Euro heute, werden die geschätzten zukünftigen Gewinne auf den heutigen Stichtag abgezinst (also diskontiert = discounted).

Ausgangspunkt ist das von Analysten erwartete Nettoergebnis für 2024. Ich habe angenommen, dass dieses zunächst mit 25% weiter wächst und sich das Wachstum dann alle 5 Jahre um 25% reduziert. Für diese Schätzung habe ich mich aus Sicherheitsgründen am Umsatz- und nicht am EBIT-Wachstum orientiert. Ich lasse mich lieber positiv überraschen als zu optimistisch zu schätzen.

Bei diesen Annahmen komme ich auf eine attraktive Renditeerwartung von gut 12,4% pro Jahr. Bedenkt man, dass der Gewinn aufgrund des skalierbaren Geschäftsmodells auch stärker wachsen könnte, finde ich das schon ziemlich lecker.

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Das sagen die Analysten

16 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf bzw. Aufstocken, 20 schätzen die Aktie als haltenswert ein, drei raten, die Aktie zu reduzieren. Das klingt erst einmal nicht so bullish. Dennoch liegt das durchschnittliche Kursziel mehr als 50% über dem aktuellen Kurs.

Durchschnittl. EmpfehlungAUFSTOCKEN
Anzahl Analysten39
Letzter Schlusskurs120,50 $
Mittleres Kursziel184,45 $
Abstand / Durchschnittliches Kursziel53,1%
Kursziel oberes Ende der Preisspanne250,00 $
Abstand / Höchstes Kursziel107%
Kursziel unteres Ende der Preisspanne116,00 $
Abstand / Niedrigstes Ziel-3,73%
Quelle: marketscreener.com

Die Dividende

Diesen Abschnitt können wir kurzhalten: Denn Airbnb zahlt keine Dividende 🙂

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Fazit der Airbnb-Aktienanalyse

Wie lautet nun das Fazit der Airbnb-Aktienanalyse? Es ist ein großartiges Unternehmen mit einem guten und sehr skalierbaren Geschäftsmodell. Die Wachstumsaussichten sind gut, vorausgesetzt es kommt nicht noch einmal zu erneuten Lockdowns.

Dennoch ist die Bewertung trotz Kurzrückgang weiter ambitioniert. Verglichen mit den Kennzahlen der Konkurrenz drängt sich ein Kauf der Airbnb-Aktie für mich persönlich nicht auf. Das aktuelle Marktumfeld ist schwer genug für Wachstumsunternehmen. Airbnb zahlt auch keine Dividende, welche die Kursturbulenzen besser erträglich machen könnte.

Mit einem Aktienliebe-Score von 89% ist die Aktie grundsätzlich kaufenswert. Allerdings würde ich hier abwarten, bis der Kurs auf unter 100 US-Dollar fällt.

Ich hoffe, euch hat meine Airbnb-Aktienanalyse gefallen. Falls ja freue ich mich, wenn du bei der nächsten Aktienanalyse wieder vorbeischaust. Vielen Dank auch nochmals an Jonas von aktien4freedom für die Zuarbeit.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Investieren.

Beste Grüße


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Disclaimer

Ich habe die Airbnb-Aktienanalyse nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, kann aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Bei der Airbnb-Aktienanalyse handelt es sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist die Airbnb Aktienanalyse keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder eine sonstige Beratung. Es handelt sich nicht um Steuerberatung. Es handelt sich lediglich um meine persönliche Meinung.

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