Welche Cash-Quote man haben sollte

Es ist eine der am häufigsten gestellten Fragen: Wie viel Cash sollte man verfügbar haben, um in schwachen Börsenphasen (nach-) kaufen zu können? Die schnelle Antwort lautet wie immer: Es kommt darauf an… Im heutigen Artikel möchte ich die Frage nach der richtigen Cash-Quote für mich selbst beantworten.

Wie berechnet man die Cash-Quote

Zuerst schauen wir uns an, wie man die Cash-Quote überhaupt berechnet und welches Vermögen in der Berechnung berücksichtigt werden sollte. Für mich ist die Cash-Quote der Teil meines Vermögens, den

  • ich bar halte,
  • bislang nicht investiert habe und
  • der für zukünftige Investitionen gedacht ist.

Gerade der letzte Punkt ich wichtig für die Abgrenzung und Definition. Ich bin der Meinung, man sollte nur Geld investieren, auf das man längere Zeit verzichten kann. Wir alle müssen Lebensmittel, Miete, Benzin usw. zahlen. Hinzukommen unvorhergesehene Ausgaben, beipielsweise für Reparaturen. Daher können wir nicht unser gesamtes Kapital investieren, sondern müssen laufende Kosten decken sowie Rücklagen bilden.

Bei der Berechnung der Cash-Quote sollten daher nur die Mittel einbezogen werden, die grundsätzlich auch für Investitionen gedacht sind und auf die ich im Zweifel nicht angewiesen bin bzw. auf die ich für einen längeren Zeitraum verzichten könnte.

Die Cash-Quote berechnet sich dann, indem man die o.g. Barmittel ins Verhältnis zum gesamt investierten Betrag, inkl. der Barmittel setzt. Beispiel: Du hast 10.000 EUR in bar für zukünftige Aktienkäufe verfügbar. Dein Depotwert beträgt 90.000 EUR. Damit beträgt deine Cash-Quote 10%.

Warum ist eine Cash-Quote überhaupt sinnvoll

In allen Marktphasen gibt es Chancen am Aktienmarkt. Es muss nicht immer ein Crash sein, der die Kurse nach unten teibt. Wir erleben es jede Woche, dass Unternehmen nach Vorlage von Quartalszahlen, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückbleiben, abgestraft werden und die Kurse nachgeben. Andere verkünden Neuigkeiten, die vom Markt zunächst schlecht aufgenommen werden. Es dauert oftmals jedoch nicht lange und die Aktien steigen wieder. Der Aktienmarkt ist nicht immer rational und neigt kurzfristig zu Übertreibungen.

Wer seine Hausaufgaben gemacht und eine Watchlist angelegt hat, kann dann in solchen Momenten günstig einsteigen. Um das klar zu sagen: Mir geht es hierbei nicht um Daytrading oder kurzfristige Spekulationen. Diese sind nicht mein Fall. Aber auch wer langfristig in solide Unternehmen investieren möchte, kann solche Gelegenheiten nutzen um diejenigen Aktien ins Depot zu kaufen, die bislang irgendwie immer zu teuer waren.

In turbulenteren Börsenzeiten ist eine Cash-Quote umso wichtiger. Wer bei Ausbruch der Corona-Pandemie ein gutes Cash-Polster hatte, konnte damit eine deutliche Überrendite erzielen und zudem sicherlich besser schlafen als manch anderer Anleger.

Meine Cash-Quote

Bei der Cash-Quote muss man immer zwischen den oben beschriebenen Chancen eines ggf. günstigeren Kaufs und entgehenden Erträgen abwägen. Klar ist: Wer Cash hält, macht damit gerade keine Rendite. Selbst wenn das Cash auf einem Tagesgeldkonto geparkt wird, erhalten Anleger in Zeiten der Nullzinspolitik der Zentralbanken keine Erträge.

Aus diesem Grund ist es für mich nicht sinnvoll, einen großten Teil des Vermögens als Cash zu halten. Nur wer investiert ist, kann von steigenden Kursen und Dividenden profitieren.

Die genaue Höhe hängt natürlich vom individuellen Sicherheitsbedürfnis und der aktuellen Marktphase ab. Eher risikoscheue Investoren werden sicherlich eine höhere Cash-Quote haben als risikofreudige Anleger. In normalen Zeiten halte ich eine Cash-Quote von 10% für ausreichend und sinnvoll. Damit hat man genügend Cash, um die eine oder andere Aktie günstiger zu erwerben. In turbulenten Börsenzeiten fühle ich mich mit einer höheren Quote von bis zu 20% wohler.

Die Cash-Quote hat den Vorteil, dass man ruhiger schlafen kann. Man weiß, dass man immer in der Lage ist, gute Unternehmen (nach-) zu kaufen und so langfristig von niedrigeren Einstiegskursen zu profitieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass man keine Aktien verkaufen muss. Im Corona-Crash sahen diejenigen, die voll investiert waren, nicht gut aus. Die Kurse fielen, man hatte aber kein Cash, um die niedrigen Kurse zu nutzen.

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Vorsicht: Zu schnelles Investieren

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass es viel Disziplin braucht, um die Cash-Quote nicht zu schnell aufzubrauchen. Bei Instagram sieht man beispielsweise leider viel zu oft, dass schon kleinste Kursrücksetzer zum Nachkaufen genutzt werden und die Cash-Quote damit aus meiner Sicht viel zu früh reduziert wird.

Ich baue diese schließlich nicht deswegen auf, um sie bei 5% Kursrückgang gleich wieder aufzubrauchen. Um das zu vermeiden, überlege ich mir bei jeder Aktie auf der Watchlist im Vorfeld, welches Kursniveau für einen Nachkauf oder den Aufbau einer ersten Position erreicht werden muss. Damit vermeide ich unüberlegtes und voreiliges Handeln. Und seid gewiss: Kursrücksetzer gibt es jeden Tag – nicht jeder ist ein Grund die Aktie nachzukaufen 😉

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