Aktienanalyse BlackRock: Dividendenwachstumswert mit Potential

In der heutigen Aktienanalyse schaue ich mir BlackRock an. BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt und Profiteur des ETF-Booms. Immer mehr Menschen investieren ihr Geld und greifen dabei oft zu den Produkten der Marke iShares. BlackRock verdient daran fleißig mit. Wo kann die Reise noch hingehen?

BlackRock zníži poplatky na vybraných ETF fondoch takmer na nulu - akcie.sk

Die Aktie im Überblick

NameBLACKROCK, INC.
SymbolBLK
SektorFinanzen
Kurs in USD867,34
Börsenwert in Mrd. USD132,29
KGV 2021 / 202223 / 20
Dividendenrendite 1,88%
Free Cashflow Rendite 20214,81%
Aktienliebe Score77,49%

Das Geschäftsmodell

Was macht BlackRock?

BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Bekannt ist BlackRock bei Privatanlegern vor allem für sein riesiges ETF-Angebot unter der Marke iShares. Daneben bietet BlackRock weitere Anlagen und Risikomanagement-Dienstleistungen für institutionelle Kunden auf der ganzen Welt an. Interessant ist auch die von BlackRock entwickelte Anlage- und Risikomanagement-Plattform Aladdin.

Das Unternehmen wurde 1988 von Laurence Douglas Fink (Larry Fink) gegründet, der BlackRock seitdem als CEO führt.

Management

Geld wird damit verdient, dass man das Geld anderer anlegt und dafür eine Gebühr bekommt. Kunden sind sowohl Privatanleger als auch institutionelle Anleger, wie beispielsweise Pensionsfonds. Je mehr die Kunden bei BlackRock einzahlen, desto höher sind die Gebühren, die BlackRock vereinnahmt.

Larry Fink

Laurence D. Fink ist Gründer, Chairman und Chief Executive Officer von BlackRock. Unter seiner Führung hat sich das Unternehmen zu einem weltweit führenden Anbieter von Investment- und Technologielösungen entwickelt. Herr Fink wurde von Fortune zu einem der „World’s Greatest Leaders“ ernannt, und Barron’s hat ihn 14 Jahre in Folge zu einem der „World’s Best CEOs“ ernannt.

1976 hat er seinen MBA mit Schwerpunkt Immobilien an der University of California in Los Angeles (UCLA) und 1974 den BA in Politikwissenschaft an der UCLA gemacht. Vor der Gründung von BlackRock im Jahr 1988 war Larry Fink Mitglied des Management Committee und Managing Director der First Boston Corporation.

Umsatzverteilung

78% der Umsätze kommen aus dem Geschäft mit der Vermögensverwaltung. Bislang kommen 7% aus dem Technologie-Geschäft. Das klingt wenig, dennoch ist das Geschäft wichtig für BlackRock und bietet ein enormes Wachstumspotential. Denn mit seiner eigens entwickelten Software Aladdin hat BlackRock einen starken Trumpf in der Hand. Aladdin steht für Asset Liability and Debt and Derivative Investment Network und stellt ein Datenanalysesystem sowie eine Risikomanagementplattform dar.

Mit Aladdin kann BlackRock die einzelnen Geldanlagen bewerten und automatisiert überwachen. Bei den gigantischen Geldmengen, die BlackRock verwaltet, braucht man eine zuverlässige und gleichzeitig extrem effiziente Technologielösung zur Automatisierung. Mit Hilfe von statistischen Verfahren kann Aladdin verschiedene Szenarien und deren Auswirkungen auf die Aktienmärkte berechnen. U.a. können damit Einflüsse globaler Pandemien auf ein Portfolio simuliert werden. 

Klar, dass dies auch für andere interessant ist. Was anfangs für den Eigengebrauch programmiert wurde, wird zunehmend auch zum Kassenschlager für andere Kunden. So nutzen beispielsweise CalPERS (California Public Employees’ Retirement System), die Deutsche Bank oder Prudential plc Aladdin.

2/3 werden in Amerika erwirtschaftet. Gut 30% kommen aus dem Europa-Geschäft. Asien ist mit derzeit 4% noch sehr gering. Allerdings wurde kürzlich bekanntgegeben, dass BlackRock noch vor dem Ende diesen Jahres mit dem Verkauf von Fonds an Privatanleger in China beginnen kann. Einer chinesischen Tochtergesellschaft wurde dies nun durch die chinesischen Aufsichtsbehörden gestattet. Auch wenn die Chinesen bislang nicht dafür bekannt sind, ihre Ersparnisse in Aktien oder ETFs zu investieren, könnte dieser Schritt ein hohes Wachstumspotential bedeuten.

Branche

Das Wachstum bei den Mittelzuflüssen zu ETFs ist beeindruckend. Wurden Anfang dieses Jahrhunderts noch weniger als 100 Mrd. US-Dollar verwaltet, sind es nach Angaben von BlackRock heute 4,7 Billionen US-Dollar. Bis 2023 dürften das Anlegevermögen auf 12 Billionen US-Dollar anwachsen, bis Ende 2027 sogar auf 25 Billionen US-Dollar.

Aufgrund von Nullzinsen sind Anleger – sowohl Privatpersonen als auch institutionelle – gezwungen, ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen um etwas Rendite zu erwirtschaften und/oder ihre Altersvorsorge zu sichern. Das kommt BlackRock zugute.

Wettbewerber

Konkurrenten gibt es einige. BlackRock ist allerdings klarer Marktführer und hat deutliche Größenvorteile. So können ETFs beispielsweise zu geringeren Kosten angeboten werden, was wiederum mehr Gelder in die ETFs fließen lässt.

BlackRock Aktienanalyse
Führende ETF-Anbieter weltweit nach dem Volumen des verwalteten Vermögens im Jahr 2020, Quelle: http://www.statista.de

Aktienliebe Awards

Aktienliebe Awards werden immer dann vergeben, wenn das Geschäftsmodell besondere Chancen für Anleger bietet. BlackRock bekommt in meiner Aktienanalyse für sein Geschäftsmodell gleich vier Aktienliebe Awards:

BlackRock Aktienanalyse

Die Marke iShares ist weltbekannt. Keine andere Marke wird so sehr mit dem ETF-Boom in Verbindung gebracht. Auch die Technologie-Lösung Aladdin ist ein Alleinstellungsmerkmal für BlackRock.

BlackRock Aktienanalyse

Wer BlackRock kauft, setzt auf den klaren Marktführer.

BlackRock Aktienanalyse

Viele ETF Anleger nutzen Sparpläne – also eine besondere Form des Abo-Modells. BlackRock erhält somit u.a. gut planbare Einnahmeströme. Gleiches gilt für Aladdin, wo Kunden i.d.R. eine Abo-Gebühr bezahlen.

BlackRock Aktienanalyse

Das Geschäftsmodell ist hoch skalierbar. Die Technologie steht, je mehr Menschen in Produkte von BlackRock investieren, desto günstiger kann BlackRock diese anbieten.

Werbeanzeigen
Werbeanzeigen

Wenn du gerne mehr von Aktienliebe lesen möchtest, kannst du dich auch in meinen E-Mail Verteiler eintragen. Du wirst dann immer direkt über neue Beiträge auf dem Blog informiert. Und keine Sorge: Es handelt sich garantiert nicht um Werbung oder SPAM 😉

Chancen und Risiken

Wie bei jeder Aktienanalyse schaue ich mit im Folgenden die Chancen und Risiken der BlackRock-Aktie an.

Chancen

Chinesischer Markt: Blackrock darf nun auch Fonds in China verkaufen. Dieser Markt steht erst am Anfang. Sollten die Chinesen auf den Geschmack dieser Art der Geldanlage kommen, bieten sich gigantische Chancen für BlackRock.

Private Altersvorsorge: Immer mehr Menschen haben erkannt, dass man sich im Alter nicht auf die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung verlassen kann. Die Mittelzuflüsse in ETFs haben daher stark zugenommen. BlackRock verdient hier kräftig mit und profitiert von den zunehmenden Zuflüssen in Indexfonds.

TINA: Auch wenn aktuell über Zinserhöhungen infolge wachsender Inflation gesprochen wird, denke ich dass Aktien und Fonds auf lange Sicht weiterhin mit die einzige Möglichkeit darstellen, um sein Geld mit einer ordentlichen Rendite bei überschaubarem Risiko anzulegen. Das Sparbuch bleibt keine Alternative und Immobilien sind aufgrund des hohen Kapitalbedarfes nicht für jedermann geeignet.

Größenvorteile: Aufgrund seiner Größe kann BlackRock die ETFs und Fonds teilweise deutlich günstiger anbieten als kleinere Konkurrenten. Dies steigert die Attraktivität.

Risiken

Regulierungen: BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Das Unternehmen ist nahezu an allen relevanten Firmen im Rahmen seiner ETFs beteiligt. BlackRock wird damit immer mächtiger, auch wenn sich das Unternehmen als passiver Investor sieht und seine Stimmrechte auf den Hauptversammlungen (bislang) nicht ausübt. Kritiker fordern daher stärkere Regulierungen.

Börsencrash: Wenn die Kurse dramatisch einbrechen, bekommen viele Anleger Angst um ihr mühevoll verdientes Geld. Dies würde sicherlich zu starken Mittelabflüssen in den ETFs und Fonds führen. Da sich BlackRock Vergütung am investierten Vermögen orientiert, würde dies zu einem starken Gewinneinbruch führen.

Aktienliebe Score

Kommen wir nun zu den harten Zahlen in dieser Aktienanalyse zu BlackRock. Das Unternehmen erzielt bei Anwendung der Aktienliebe Scorecard einen Score von 77%. Ich persönlich investiere gerne in Unternehmen mit einem Score von 80% oder mehr. Unternehmen mit über 90% sind besonders interessant für mich. Schauen wir uns Qualität und Renditeerwartung einmal genauer an.

BlackRock Aktienanalyse

Wachstum

Umsatz und Gewinn sind in den letzten 5 Jahren mit 7 bzw. 4% p.a. gewachsen. In den kommenden drei Jahren soll sich das Wachstum auf 10 bzw. 17% p.a. erhöhen.

BlackRock Aktienanalyse

Aufgrund des eher geringen Wachstums in den letzten 5 Jahren gehen einige Punkte in meiner Scorecard verloren. Für das Wachstums erhält BlackRock in dieser Aktienanalyse 77%.

BlackRock Aktienanalyse

Risiko und Profitabilität

Bei den Risiko- und Profitabilitätskennzahlen schneidet BlackRock richtig gut ab. Das Unternehmen ist nicht verschuldet, die Gewinne sind konstant und der Drawdown (also der maximale Gewinnrückgang) liegt gerade mal bei 2%.

Die operative Gewinnmarge liegt bei starken 39%, dieses finde ich sehr beeindruckend. Lediglich wegen der leicht unter den geforderten 15% liegenden Eigenkapitalrendite gibt es Punktabzug.

BlackRock Aktienanalyse

Bewertung

Um die aktuelle Bewertung zu bestimmen, nutze ich ein einfaches Discounted Cashflow Modell. Hierbei habe ich das von Analysten erwartete Nettoergebnis für 2023 zugrunde gelegt. Außerdem unterstelle ich, dass dieses zunächst mit 10,5% weiter wächst. Alle 5 Jahre habe ich angenommen, dass das Wachstum um 25% abnimmt.

Bei diesen Annahmen ergibt sich eine Renditeerwartung von 10%, was einen Bewertungsscore von 79% bedeutet.

BlackRock Aktienanalyse

Werfen wir außerdem noch einen kurzen Blick auf die Bewertung im historischen Vergleich. Historisch gesehen ist die Aktie aktuell eher hoch bewertet. Sowohl das KGV als auch das KUV sind aktuell höher als der Median der letzten 5 Jahre. Die Dividendenrendite ist vergleichsweise gering.

BlackRock Aktienanalyse

Mit einem 21er KGV von 23 finde ich die Aktie dennoch fair bewertet – vor allem aufgrund des soliden Geschäftsmodells.

Die Dividende

BlackRock zahlt 4 Mal im Jahr Dividende. Jeweils im März, Juni, September und Dezember geht die Zahlung ein.

Dividendenrendite1,88%
Auszahlungen/Jahr4
Steigert seit11 Jahren
Keine Senkung seit17 Jahren
Stabilität der Dividende0,99 (max. 1,0)
Jährlicher
Dividendenzuwachs
13,21 % (5 Jahre)
11,86 % (10 Jahre)
Ausschüttungsquote45 % (auf den Gewinn/FFO)
60,4 % (auf den Free Cash Flow)
Quelle: http://www.aktienfinder.net
Werbeanzeigen

Fazit der BlackRock Aktienanalyse

BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Das Geschäft wächst und BlackRock profitiert von steigenden Geldzuflüssen in ETFs. Das Geschäftsmodell ist solide und skalierbar, der Burggraben tief.

Mit einem Aktienliebe Score von 77% liegt BlackRock leicht unter dem, was ich üblicherweise von einer Aktie fordere (ab 80% finde ich die Aktie kaufenswert). Allerdings stellt BlackRock aus meiner Sicht dennoch ein gutes Investment dar, da die Risiken bei BlackRock im Verhältnis zu den Chancen gering sind. Mit einer Renditeerwartung von 10% erscheint die Aktie zudem fair bewertet zu sein.

Wie immer gilt aber: Do your own research 😉

Viel Erfolg beim Investieren und liebe Grüße

Dein Norman

Wenn du gerne mehr von Aktienliebe lesen möchtest, kannst du dich auch in meinen E-Mail Verteiler eintragen. Du wirst dann immer direkt über neue Beiträge auf dem Blog informiert. Und keine Sorge: Es handelt sich garantiert nicht um Werbung oder SPAM 😉

Disclaimer

Ich habe diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, kann aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder eine sonstige Beratung. Es handelt sich lediglich um meine persönliche Meinung.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Ich kann daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

Quellen

Werbeanzeigen
Werbeanzeigen