Appen Aktienanalyse – Sollte ich nun einsteigen?

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein spannendes Zukunftsthema. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass hier ein enormes Wachstumspotential für Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, besteht. Als besonders vielversprechend galt lange Zeit das australische Unternehmen Appen. Musste man im Januar 2015 nur 0,63 AUD für eine Appen Aktie zahlen, lag der Kurs zwischenzeitlich bei 43 AUD. Heute kostet eine Appen Aktie allerdings nur noch 11 AUD und notiert damit knapp 75% unter seinem Allzeithoch. Appen musste nämlich die Gewinnprognose im Rahmen der Corona-Pandemie senken. Zudem werden Anleger zunehmend skeptischer, ob es sich bei Appen tatsächlich um ein zukunftsfähiges Unternehmen handelt. Ist die Skepsis gerechtfertigt oder bietet sich gerade eine gute Chance für Anleger?

Appen Aktienanalyse

Inhaltsverzeichnis
  1. Die Aktie im Überblick
  2. Das Geschäftsmodell kurz und knapp
    1. Was macht Appen?
    2. Aktionärsstruktur
    3. Management
    4. Umsatzverteilung
    5. Wettbewerber
    6. Aktuelle Entwicklungen
  3. Chancen und Risiken
  4. Aktienliebe Score
  5. Bewertung
  6. Die Dividende
  7. Fazit

1. Die Aktie im Überblick

NameAPPEN LIMITED
SymbolAPX
SektorTechnologie
Kurs in AUD11,13
Börsenwert in Mrd. AUD1,38
KGV 2021 / 202225 / 19
Dividendenrendite 20210,99%
Aktienliebe Score100,00%
Quelle: AlleAktien Quantitativ

2. Das Geschäftsmodell kurz und knapp

Was macht Appen?

Künstliche Intelligenz („KI“) ist die Zukunft. KI ermöglicht nämlich die Entwicklung von Systemen, die menschliche Gedanken und Handlungen nachahmen. Durch sie sollen Visionen wie beispielsweise das autonome Fahren Wirklichkeit werden.  

Der KI-Markt steht vor einem massiven Wachstum in den kommenden Jahren. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Ausgaben für KI-Systeme im Jahr 2023 97,9 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Und das ist wohl erst der Anfang.

Damit KI-Systeme effektiv funktionieren, müssen sie durch das sogenannte maschinelle Lernen geschult werden. Das System wird dabei mit unendlich vielen Datensätzen gefüttert. Im Gegensatz zu einem menschlichen Gehirn sind Maschinen grundsätzlich nicht in der Lage, verschiedenste Daten aus unterschiedlichsten Quellen auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Damit Maschinen zukünftig eigene Entscheidungen treffen können, sind Millionen von Datenbeispielen erforderlich. Und genau hier kommen die Dienstleistungen von Appen ins Spiel.

Appen ist nämlich kein klassisches Technologie-Unternehmen, das Software-Lösungen oder selbst KI-Produkte erstellt. Vielmehr sammelt und beschriftet Appen Bilder, Text, Sprache, Audio, Video und andere Daten, die zum Aufbau und zur kontinuierlichen Verbesserung künstlicher Intelligenzsysteme verwendet werden. Zu den Kunden gehören Amazon, Microsoft, Adobe oder auch Siemens.

Versucht man beispielsweise ein Modell für ein selbstfahrendes Auto zu bauen, enthalten die Trainingsdaten Bilder und Videos, die zur Identifizierung von Straßenschildern und Personen gekennzeichnet sind. Das Auto bzw. die Technologie muss in der Lage sein, in Sekundenschnelle eine Situation richtig einschätzen zu können. Sie muss daher einen Menschen oder ein anderes Hindernis erkennen bzw. die logische Schlussfolgerung bei einem Stoppschild oder einer roten Ampel ziehen. Dies klingt vielleicht einfach. Aber man muss sich vorstellen, dass kein Mensch wie der andere aussieht. Die Technologie muss so trainiert werden, dass sie eigenständig einen Menschen von einem anderen Gegenstand unterscheiden kann. Dies geht nur dann, wenn die Technologie vorher mit Unmengen an Daten (wie beispielsweise Bildern verschiedenster Menschen) trainiert wurde.

Die Datenqualität ist ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg eines KI-Modells oder -Projekts. Wird „Müll reingegeben, kommt Müll raus“. Wird das KI-Modell beispielsweise nur mit Bildern von Männern trainiert, wird das Modell später wohl Frauen nicht als „Menschen“ erkennen.

Appen bietet eine Plattform, auf die Kunden die gesammelten Daten hochladen. Freelancer und Mitarbeiter von Appen stellen dann die notwendigen Anmerkungen, Beurteilungen und Beschriftungen bereit, die die Kunden für das Training ihrer KI-Lösungen benötigen. Appen hat es geschafft, über die Jahre einen unglaublich großen Pool an Selbständigen und Mitarbeitern aufzubauen, die für ein oftmals geringes Entgelt die Daten einpflegen, einsprechen oder Bilder beschriften.

Aktionärsstruktur

Appen wurde im Jahr 1996 durch das Ehepaar Vonwiller gegründet. Der heute 78-jährige Christopher Cahrles Vonwiller ist heute noch als Non-Executive Chairman bei Appen tätig und ist mit 7,37% der größte Aktionär von Appen.

Quelle: marketscreener.com

Management

CEO ist seit Juli 2015 Mark Brayan. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Technologiebereich. Bevor er zu Appen kam, war er CEO von MST Global, einem Anbieter von Technologielösungen für den Rohstoffsektor. Zuvor war er CEO von Integrated Research Limited, einem an der australischen Börse notierten internationalen Softwareunternehmen. 

Finanzvorstand (CFO) ist Kevin Levine, seit Januar 2016 bei Appen tätig ist. Er ist ein Wirtschaftsprüfer und hat ebenfalls mehr als 25 Jahren Erfahrung in leitenden und finanziellen Funktionen börsennotierter und kleinerer Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Startups, wachstumsstarke und notleidende Unternehmen im Dienstleistungs- und Technologiesektor. Vor seinem Eintritt bei Appen war Kevin CEO und CFO von Rubicor Group Limited, einem der größten Netzwerke von spezialisierten Personalvermittlungsunternehmen in Australasien. Zuvor war Kevin CFO von Trade Wind Communications Limited, einem australischen öffentlichen Technologieunternehmen, das zuvor in Kanada und den USA gelistet war.

Seit November 2018 ist Wilson Pang CTO und damit für die Produkte und Technologien des Unternehmens verantwortlich. Wilson verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und Datenwissenschaft. Bevor er zu Appen kam, war Wilson Chief Data Officer von CTrip in China, dem zweitgrößten Online-Reisebürounternehmen der Welt und Senior Director of Engineering bei eBay.

Umsatzverteilung

Bislang werden 98% der Umsätze in den USA und in Australien erzielt. Das liegt u.a. daran, dass Appen vor allem die großen US-Tech-Riesen als Kunde hat (dazu später mehr).

Appen versucht daher sein China-Geschäft auszubauen und beschäftigt derzeit ein Team von über 160 Mitarbeitern, die sich auf den Aufbau eines neuen Kundenstamms konzentrieren. Hier bietet der chinesische Markt ein enormes Potential, insbesondere im Technologiesektor. Bislang ist Appen der große Wurf im chinesischen Markt allerdings noch nicht gelungen.

Appen ist in den beiden Segmenten Sprache/Bilder sowie Relevanz tätig
Segment: Sprache und Bilder

Hier verarbeitet Appen Bild- und Audiodaten und trainiert damit KI-Systeme für Spracherkennung und Textverarbeitung.

Segment: Relevanz

Hierbei geht es u.a. um Daten für die Optimierung und Verbesserung von Websites und Suchmaschinen. So wird hier beispielsweise das Nutzerverhalten ausgewertet, um so Rückschlüsse auf effizientere Seitengestaltungen und Suchalgorithmen zu finden.

Neu: Figure Eight

Im Jahr 2019 übernahm Appen Figure Eight, eine Softwareplattform für maschinelles Lernen. Mit dieser Software können Kunden automatisiert unstrukturierte Text-, Bild-, Audio- und Videodaten in angepasste KI-Trainingsdaten umwandeln. Kunden können damit selbst gesammelte Daten automatisch einspielen oder aber auf Daten von Appen zurückgreifen.

Im Gegensatz zum übrigen Geschäftsmodell wird Figure Eight als Software-Abo an die Kunden verkauft, was skalierbarer und besser planbarer für Appen ist.

Wettbewerber

Der KI-Markt ist jung und wächst stark. Dies zieht naturgemäß viele neue Konkurrenten an. Junge Startups arbeiten laufend an der Entwicklung rein IT-basierter Trainingslösungen und stellen somit eine Bedrohung für Appen dar. Des Weiteren forschen auch Amazon und andere Schwergewichte aus dem Tech-Bereich an eigenen Möglichkeiten, ihre KI-Systeme noch besser zu machen. Zudem gibt es bereits jetzt einige größere Konkurrenten, wobei Appen bislang als Marktführer in diesem Bereich gilt.

Aktuelle Entwicklungen

Warum ist die Aktie von Appen nun so unter der Räder gekommen? M.E. nach ist es ein ganzer Mix von Gründen, die die Fantasie aus der Aktie genommen haben:

Kein typisches Tech-Unternehmen

Appen ist zwar ein Technologieunternehmen in einem klangvollen Markt: KI. Allerdings verkauft Appen keine Software oder Cloudlösung, wie beispielsweise Salesforce oder ServiceNow. Appen erbringt mit seinen Freelancern und Angestellten lediglich eine manuelle Dienstleistung, nämlich das Einlesen von Daten. Und das erfolgt größtenteils manuell. In sehr kleinteiliger Arbeit werden Trainingsdaten kommentiert – das klingt alles andere als technologisch fortschrittlich. Aktuell ist dieses manuelle Training noch notwendig. Es ist jedoch naheliegend, dass die Big Player rund um Amazon & Co. in naher Zukunft eigene, komplett automatisierte Trainingsmethoden entwickeln und einsetzen, um ihre KI weiter zu verbessern. Die Dienstleistung von Appen würde damit über Nacht überflüssig werden.

So ist Appen aktuell stark in der sich entwickelnden autonomen Fahrindustrie engagiert. Mit den Trainingsdaten wird die KI fortlaufend verbessert, um Fahrzeuge mit minimalem menschlichem Eingriff zu navigieren. Allerdings forscht beispielsweise Tesla ebenfalls an Alternativen, diese mühsame und für die Unternehmen kostspielige Dateneingabe zu ersetzen. Mit Dojo arbeitet Tesla an einem neuraler Netzwerkchip, mit dem die Lerngeschwindigkeit von neuronalen Netzwerken erhöht werden kann. Dies könnte ein Gamechanger werden – und das nicht nur für Appen.

Zu viele Eier in einem Korb

Das zweite Große Thema ist die hohe Abhängigkeit Appens von nur wenigen Großkunden. Ein Großteil des Umsatzes wird wohl mit den Tech-Riesen Alphabet und Microsoft erwirtschaftet. Beide haben weiterhin großen Bedarf an Trainingsdaten für ihre KI-Produkte. Sollte einer dieser beiden Giganten jedoch abspringen, droht ein erheblicher Umsatzrückgang. Investoren warteten bislang vergeblich auf die Bekanntgabe neuer großer Kooperationen.

Unglückliche Kommunikation des Managements

Negativ kamen auch die Kommentare des CEOs Mark Brayan an und erhöhten zudem die Unsicherheit der Anleger. Brayan erläuterte bei der Bekanntgabe der Zahlen, dass COVID-19 zu „Verhaltensänderungen“ bei vielen Kunden geführt hat. Viele Unternehmen geben aktuell weniger für die Dienste von Appen aus. Darüber hinaus könnten Datenschutz- und Kartellbedenken möglicherweise „ungünstige Folgen“ für Appen haben.

Was gibt es Positives?

Das Management teilte mit, dass es bislang jedoch keine systemischen Änderungen bei der Nachfrage nach Relevanzdaten gegeben hat. Ferne sieht sich Appen weiterhin als Marktführer und damit erste Adresse für KI-Unternehmen. Die Preise konnten daher konstant gehalten werden. Aktuell gäbe es keinen Preisdruck. 

Appen sieht des Weiteren keine grundlegenden Änderungen in der Art und Weise, wie KI entwickelt und trainiert wird. Es werden weiterhin qualitativ hochwertige, gekennzeichnete Trainingsdaten benötigt, um KI-Systeme zu entwickeln und zu verbessern.

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3. Chancen und Risiken

Chancen

  • Stark wachsender Markt für Künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht die Entwicklung von Systemen, die menschliche Gedanken und Handlungen nachahmen. Unternehmen auf der ganzen Welt integrieren KI-Systeme in ihre Geschäftsmodelle, um den Umsatz und die Effizienz in ihren Unternehmen zu steigern. Der Markt wächst stark und Appen wächst mit.
  • Ende der Corona-Pandemie: Appen war stark von der Pandemie betroffen, da man – anders als viele klassische Tech-Firmen – nicht von Abonnementeinnahmen profitieren konnte. Die Kosten für maschinelles Lernen wurden von den Kunden als nicht wesentlich eingestuft, Projekte und Aufträge verschoben. Dies drückte auf das Wachstum. Gute Trainingsdaten werden weiterhin benötigt. Aktuell ist keine andere Technologie in Sicht, die Appens Unterstützung überflüssig macht. Wenn die Projekte nun in 2021 oder 2022 realisiert werden, könnte es zu einem starken Turnaround kommen.
  • Große Zahl potentieller Neukunden: Aktuell hat Appen nur wenige Großkunden. Gelingt es dem Unternehmen, weitere Kunden hinzuzugewinnen, könnte dies den Wachstum deutlich beschleunigen. Appen möchte gerne auch stärker im chinesischen Markt Fuß fassen. Hier sind mit Alibaba, Tencent, Baidu und Co. zahlreiche Schwergewichte vorhanden. Aber auch in den Industrienationen gibt es noch viele Unternehmen, die als Kunde gewonnen werden könnten.
  • Figure Eight: Mit Figure Eight hat man endlich eine Software Lösung um Daten automatisiert und ohne viel menschlichen Input auswerten zu können. Gelingt es Appen, die Software erfolgreich weiterzuentwickeln könnte der Umstieg zu einem reinen Technologieunternehmen mit wiederkehrenden Abo-Umsätzen gelingen.

Risiken

  • Hohe Abhängigkeit von wenigen Großkunden: Wie bereits oben dargestellt verdient Appen einen Großteil des Umsatzes mit wenigen Großkunden. Sollte einer oder gar mehrere dieser Großkunden abspringen, droht ein erheblicher Umsatz- und Gewinneinbruch.
  • Neue Softwarelösungen könnten das Geschäftsmodell von Appen komplett disruptieren.
  • Zunehmende Konkurrenz.
  • Bislang fehlender Burggraben.

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4. Aktienliebe Score

Kommen wir nun zu den harten Zahlen. Appen erzielt bei Anwendung der Aktienliebe Scorecard den Höchstscore von 100%. Rein nach der Scorecard handelt es sich damit erstmal um ein kaufenswertes Unternehmen. Ich investiere gerne in Unternehmen mit einem Score von 80% oder mehr. 100% erreichen zudem nur die wenigsten Unternehmen. Schauen wir uns Qualität und Renditeerwartung einmal genauer an.

Qualität: 100%

Wachstum

Sowohl beim Umsatz- als auch beim Gewinnwachstum konnte Appen in der Vergangenheit überzeugen. In den letzten 10 Jahren wuchs der Umsatz mit fast 50% p.a., der operative Gewinn mit fast 40% p.a. In den kommenden drei Jahren rechnen die Analysen mit einem etwas schwächeren Wachstum, das aber immer noch bei gut 12% bzw. 20% liegen soll.

Risiko und Profitabilität

Appen hat keine Nettoschulden, die Bilanz ist damit top. Zudem gelang es Appen in den letzten 10 Jahren immer einen positiven operativen Gewinn zu erwirtschaften. Mit einer Eigenkapitalrendite von deutlich über 15% und einer operativen Gewinnmarge von über 10% erhält Appen jeweils die volle Punktzahl. Beim max. Drawdown (also dem Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr), liegt Appen noch gerade so im geforderten Bereich meiner Scorecard. Wäre der Gewinn im Jahr 2014 noch 2% stärker zurückgegangen, gäbe es hier Abzug.

Langfristige Renditeerwartung: 100%

Unterstellt man einen langfristigen Buy-and-Hold Ansatz errechnet sich die Rendite aus zwei Faktoren:

  • langfristiges Gewinnwachstum
  • Free-Cashflow-Rendite (FCF-Rendite)

Die FCF-Rendite beträgt derzeit 3,99%. Das ist der Betrag, der dem Unternehmen für Dividenden, Aktienrückkäufe oder zur Schuldentilgung zur Verfügung steht. Sofern der gesamte FCF ausgeschüttet werden würde, entspräche die FCF-Rendite der maximal möglichen Dividendenrendite.

Das langfristige Gewinnwachstum schätze ich aufgrund der erwarteten Entwicklung in den kommenden drei Jahren bei Umsatz und Gewinn (s.o.) auf mindestens 10%. Demnach ergibt sich eine jährliche Renditeerwartung von fast 14%. Damit erzielt Appen auch bei der Renditeerwartung den Höchstscore.

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5. Bewertung

Für die Bewertung der Aktie ziehe ich verschiedene Verfahren heran. Diese können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Sie hängen zudem stark von den getroffenen Annahmen ab. Sofern du andere Wachstumswerte für realistischer hältst, können die Bewertungsverfahren natürlich komplett andere Ergebnisse liefern.

Historischer Vergleich

Im historischen Vergleich ist Appen aktuell sehr günstig bewertet. Mit einem KGV von aktuell 25 und einem KUV von 2,2 könnte Appen gar als Schnäppchen bezeichnet werden, legt man die weiterhin zweistelligen Wachstumsraten zugrunde. Das KGV für 2022 soll nach Schätzung der Analysten bei nur 19 liegen. Auch die Dividendenrendite ist historisch mit 1% hoch. Danach wäre Appen aktuell stark unterbewertet.

Einfaches KGV-Modell

Bei diesem Modell schaue ich, wie hoch der Aktienkurs in 10 Jahren voraussichtlich sein wird und bestimme damit die jährliche Renditeerwartung.

Ausgangspunkt ist der Gewinn pro Aktie (EPS = Earings per share) des Jahres 2020. Dieser lag bei 0,41 AUD. Aufgrund der aktuellen Schätzungen für die EPS-Entwicklung unterstelle ich für die ersten beiden Szenarien ein jährliches EPS-Wachstum von 18% in den nächsten 10 Jahren. Im dritten Szenario wird ein Wachstum von nur 10% p.a. angesetzt.

Für das KGV in 10 Jahren lege ich einmal das aktuelle KGV von 25, einmal das historische KGV von 46 und zuletzt ein KGV von 20 an. Nach Abzug einer Sicherheitsmarge würde Appen unter Berücksichtigung der aktuellen Dividendenrendite eine jährliche Rendite zwischen 7-25% p.a. einbringen. Selbst im pessimistischen Szenario beträgt die Renditeerwartung beim aktuellen Kurs noch 7%. Auch nach diesem Modell erscheint die Aktie sehr günstig bewertet zu sein.

Einfaches Discounted Cashflow Modell

Für das einfache DCF-Modell habe ich die Schätzungen bis zum Jahr 2023 für das Nettoergebnis zugrunde gelegt. Des Weiteren habe ich eine sehr konservative Schätzung für das Wachstum angenommen. Die aktuell erwarteten Raten sind deutlich höher.

Bei diesen Annahmen ergibt sich ebenfalls eine Unterbewertung der Aktie.

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6. Die Dividende

Appen zahlt auch Dividende. Die aktuelle Dividendenrendite ist mit 0,99% nicht hoch. Aber Appen hat in den letzten 5 Jahren die Dividende mit 17% p.a. angehoben. Zudem liegt die Ausschüttungsquote unter 25% und bietet daher enormen Spielraum für weitere starke Anhebungen in der Zukunft. Appen ist daher vor allem für diejenigen interessant, die auf Dividendenwachstum viel wert legen.

Auszahlungen/Jahr2
Steigert seit5 Jahren
Keine Senkung seit5 Jahren
Stabilität der Dividende0,96 (max. 1,0)
Jährlicher
Dividendenzuwachs
17,35 % (5 Jahre)
Ausschüttungsquote24,4 % (auf den Gewinn/FFO)
13,7 % (auf den Free Cash Flow)
Quelle: aktienfinder.net

7. Fazit

Was ist nun die Antwort auf die Frage, ob ich Appen nun kaufen würde? Ein klares „Es kommt drauf an“. Für die Aktie spricht der Aktienliebe Score von 100%. Schaut man rein auf die Kennzahlen, handelt es sich bei Appen um ein Qualitätsunternehmen, das ein sehr gutes Chance-Risiko Verhältnis bietet. Die Bewertung ist zudem günstig. Beim aktuellen Kurs sind die Chancen für Investoren hoch.

Was mir bei Appen allerdings fehlt ist der Burggraben. Alle großen Player nutzen Appens Dienste wahrscheinlich nur deshalb, weil es bislang noch keine effektivere und kostengünstiges Software-Lösung für das Training von KI-Systemen gibt. Das könnte sich aber kurz- bis mittelfristig ändern. Appen selbst arbeitet mit Figure Eight daran. Die Zukunft von Appen ist daher ungewiss und macht die Aktie zu einer sehr spekulativen Wette.

Aufgrund des Höchstscores und der günstigen Bewertung finde ich persönlich Appen interessant und als spekulative Beimischung für mein Depot sehr geeignet. Ein Basisinvestment ist Appen keinesfalls. Man sollte sich der Risiken bewusst sein, wenn man die Aktie ins Depot kauft.

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Disclaimer

Ich habe diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, kann aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder eine sonstige Beratung. Es handelt sich lediglich um meine persönliche Meinung.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Ich kann daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

Quellen

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