Hot Stocks KW 11

Heute startet ein neues Format, bei dem ich mir jede Woche drei Aktien rückblickend anschaue, die ich besonders interessant finde und bei denen es relevante Neuigkeiten gab. Diese Woche geht es um:

  • HeidelbergCement: Anhebung der Dividende.
  • Varta: Einstieg in die Produktion von Batterien für Elektroautos.
  • Volkswagen: Nun das wertvollste deutsche Unternehmen.

Hot Stocks KW 11

Inhaltsverzeichnis

1. HeidelbergCement AG

NameHeidelbergCement AG
SymbolHEI
SektorGrundstoffe
Kurs in EUR72,50
Börsenwert in Mio. EUR14,3 Mrd.
KGV 2020 / 2021-7 / 10
Dividendenrendite 20203,03%
Aktienliebe Score77,44%

Was macht HeidelbergCement?

HeidelbergCement ist ein in Deutschland ansässiges Baustoffunternehmen, das u.a. Zement und Beton produziert und liefert. Die Produkte werden beispielsweise für den Bau von Gebäuden und Infrastruktur benötigt.

HeidelbergCement ist in vier Geschäftsbereichen tätig: Zemente, Zuschlagstoffe, Transportbeton und Asphalt sowie Konzernservice – Joint Ventures – Sonstiges.

Das Unternehmen ist weltweit tätig und regional extrem gut diversifiziert. Dies ist auch notwendig, da der Transport von Beton und Zement aufgrund des hohen Gewichtes kostenintensiv ist.

Welche Neuigkeiten gab es?

Corona hatte dazu geführt, dass der Gewinn 2020 eingebrochen war. Der erste Lockdown und weitere Einschränkungen für die Baubranche sorgten für deutliche Einbußen. Infolge dessen wurde die Dividende gekürzt. Nun gab der DAX-Konzern bekannt, dass er die Dividende für 2020 wieder steigern wird, voraussichtlich auf 2,20 Euro je Aktie. Für 2019 wurde sie auf 60 Cent je Aktie gekürzt. Lässt man das besondere Corona-Jahr außen vor, so ergibt sich eine Steigerung gegenüber 2018 von 10 Cent.

Das Unternehmen blickt zudem positiv in die Zukunft. Aufgrund staatlicher Infrastrukturprogramme in den USA, Australien, Indien oder Italien sollte das Geschäft mit Beton und Zement wieder deutlich besser laufen.

Aktienliebe Score

HeidelbergCement erzielt bei Anwendung der Aktienliebe Scorecard 77% – ein ordentlicher Wert für ein zyklisches Unternehmen. Qualitativ gehen Punkte aufgrund des geringen Wachstums, der ordentlichen Verschuldung und der geringen Eigenkapitalrendite von nur knapp 7% verloren. Auch wenn die Aktie in den letzten Wochen sehr gut gelaufen ist, erscheint sie jedoch mit einer jährlichen Renditeerwartung von 14,5% immer noch günstig bewertet zu sein.

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2. Varta AG

NameVARTA AG
SymbolVAR1
SektorEnergie
Kurs in EUR131,70
Börsenwert in Mio. EUR5,2 Mrd.
KGV 2020 / 202146 / 33
Dividendenrendite 20200,00%
Aktienliebe Score74,57%

Was macht Varta?

Die ebenfalls in Deutschland ansässige Varta AG ist ein Traditionsunternehmen. Varta produziert u.a. Micro- und Haushaltsbatterien, die beispielsweise in Wearables (Apple Airpods) oder Hörgeräten zum Einsatz kommen.

Das Wachstum ist stark, die Aktie entsprechend gut gelaufen. Dies liegt vor allem am Geschäft mit den Microbatterien, das mit 83% den Großteil des Umsatzes ausmacht.

Mit 43% ist Asien der wichtigste Markt für Varta, gefolgt von Europa (ohne Deutschland) mit 21%. Immerhin 19% der Umsätze werden in Deutschland erwirtschaftet.

Welche Neuigkeiten gab es?

Ein Grund für den starken Kursanstieg ist sicherlich die Fantasie, dass Varta mittelfristig zum Profiteur der sich durchgesetzten Elektromobilität werden könnte. Viele Investoren hatten daher schon lange darauf gewartet, dass Varta in die Produktion von Batterien für Elektroautos einsteigt.

Nun scheint es so weit zu sein: Varta hat diese Woche entsprechende Pläne verkündet, wonach am Hauptsitz in Ellwangen Batterien für Elektroautos produziert werden sollen. Es soll sich um eine schnell ladbare Batterie handeln, die vor allem bei Premium-Fahrzeugen zum Einsatz kommen könnte.

Aktienliebe Score

Varta kommt auf gute 75% in meiner Scorecard. Das Wachstum ist stark. Umsatz und Gewinn werden wohl auch in den kommenden drei Jahren mit fast 50% p.a. steigen. Die Bilanz ist sehr solide. Punktabzug gibt es bei der Renditeerwartung. Varta erwirtschaftet derzeit einen negativen Free Cashflow, da viel Geld in das zukünftige Wachstum in Form von Investitionen fließt.

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3. Volkswagen

NameVolkswagen AG
SymbolVOW3
SektorZyklischer Konsum
Kurs in EUR223,10
Börsenwert in Mio. EUR142,5 Mrd.
KGV 2021 / 20229 / 8
Dividendenrendite 20212,99%
Aktienliebe Score73,34%

Was macht Volkswagen?

VW ist der führende Automobilhersteller Europas. Es ist daher wenig überraschend, dass ein Großteil der Umsätze aus dem Verkauf von Fahrzeugen stammt. 2019 verkaufte das Unternehmen 11 Millionen Fahrzeuge unter den verschiedenen Marken Volkswagen, Audi, Seat, Porsche, Skoda und Bentley. Daneben werden auch Nutzfahrzeuge produziert (Marken Scania und MAN).

Gut 16% des Umsatzes werden über Finanzdienstleistungen erwirtschaftet. Volkswagen bietet über die VW Bank Finanzierungen, aber auch Flottenverwaltung und Versicherungsdienstleistungen an. Ende 2019 verfügte VW über mehr als 120 Standorte weltweit.

Europa ist weiterhin der wichtigste Absatzmarkt für VW. Allerdings ist der Markt hier gesättigt und das Wachstum gering. VW ist aber weltweit tätig und profitiert auch vom Aufstieg Chinas, wo die Marke besonders beliebt ist.

Welche Neuigkeiten gab es?

Diese Woche hat Volkswagen den Softwarehersteller SAP überholt und ist nun Deutschlands wertvollstes börsennotiertes Unternehmen. Der Kursanstieg ist wohl dem Umstand geschuldet, dass VW nun offen den Pionier und Marktführer im Bereich der Elektromobilität Tesla angreift.

Volkswagen hat sich klar zur Elektromobilität bekannt. Nach dem Coronajahr 2020 möchte der Konzern noch mehr auf E-Autos und die Digitalisierung setzen und so zum weltweit führenden Anbieter für Elektromobilität werden. Hierfür setzt VW auf seine Plattformstrategie. Damit möchte man sämtliche Fahrzeuge der verschiedenen zum Konzern gehörenden Marken auf Basis einheitlicher technischer Grundlagen produzieren und somit deutliche Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz, vor allem Tesla erzielen.

Zudem plant VW den Aufbau eines eigenen Netzes von Batteriezellfabriken. Damit könnte VW die Versorgung sicherstellen (so hatte es z.B. bei Halbleitern in den letzten Monaten große Lieferengpässe gegeben) und so die Abhängigkeit von Zulieferern aus Asien reduzieren. Zum anderen könnten Größenvorteile die Kosten senken und die Autos von VW günstiger werden.

Auch die digitalen Dienstleistungen sollen ausgebaut werden. Derzeit wird ein Abo Modell getestet, bei dem Kunden erweiterte Funktionen für Fahrassistenten oder Navigation dazu buchen können.

Aktienliebe Score

VW schneidet als zyklisches Unternehmen erwartungsgemäß schlecht in meiner Scorecard ab. Diese belohnt vor allem Unternehmen mit konstanter Umsatz- und Gewinnentwicklung. Dennoch sehe ich die Aktie sehr positiv, insbesondere aufgrund der weiterhin sehr günstigen Bewertung. Aktuell beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis nur 9. Vergleicht man dieses mit KGVs der Konkurrenz im Bereich der Elektromobilität wie beispielsweise Tesla und BYD, so besteht ein enormes Aufholpotential für die VW Aktie. Zugegeben, die Bewertung der genannten Konkurrenten könnte auch viel zu hoch sein (wovon ich ausgehe), aber die Wahrheit liegt bekanntlich irgendwo dazwischen…

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Quellen