Monolithic Power Systems – Die unbekannte Wachstumsstory

Seit vielen Jahren wächst der Energiebedarf weltweit – ein Ende der steigenden Nachfrage ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil! E-Mobilität, Digitalisierung oder Industrie 4.0 werden auch in Zukunft für einen zunehmenden Strombedarf sorgen.

Als Unternehmen, das sich mit seinen Produkten auf die umweltfreundliche Reduzierung des Energiebedarfes spezialisiert hat, konnte die hierzulande eher unbekannte Monolithic Power Systems Inc. in den letzten Jahren ein beeindruckendes Wachstum verzeichnen. Und es spricht viel dafür, dass dies erst der Anfang einer Erfolgsgeschichte ist…

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Aktie im Überblick
  2. Geschäftsmodell
  3. Chancen und Risiken
  4. Qualitätsscore
  5. Bewertungsscore
  6. Fazit

1. Die Aktie im Überblick

Monolithic Power Systems (MPS) liefert kleinformatige, hoch energieeffiziente Stromversorgungslösungen, die in vielen industriellen Anwendungen wie beispielsweise Telekom-Infrastrukturen, Cloud Computing, Automotive und Consumer-Anwendungen eingesetzt werden.

MPS verfolgt das Ziel, den Gesamtenergieverbrauch in den Systemen seiner Kunden mit umweltfreundlichen, zweckmäßigen und kompakten Lösungen zu reduzieren.

NameMonolithic Power Systems Inc
HauptsitzUSA
WKNA0DLC4
SektorTechnologie
Aktueller Kurs236,32 USD
Marktkapitalisierung10.576 Mio. USD
Dividendenrendite0,85%
Free Cashflow Rendite1,47%
KGV82,92
Qualitätsscore90,00%
Bewertungsscore100,00%
Gesamtscore95,00%
Datum08.07.2020

Aktienkurs

2. Das Geschäftsmodell

Senkung des Energieverbrauches

Das Unternehmen wurde im November 1997 von Michael Hsing und James C. Moyer gegründet. Beide wollten ein Stromversorgungssystem auf einem einzigen Chip monolithisch aufbauen. Im November 2004 brachte Michael Hsing das Unternehmen an die Börse. Das Unternehmen ist jährlich um bis zu 21 % gewachsen und gewann 2017 sogar den Global Semiconductor Alliance Preis für die angesehenste aufstrebende Aktiengesellschaft. MPS umfasst nun 11 Produktlinien mit mehr als 2.000 Produkten.

Der Halbleiterhersteller produziert Leistungsmodule, durch deren Einsatz der Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Produkten enorm gesenkt werden kann. Grundlage dafür ist die firmeneigene Verfahrenstechnik BCD Plus. Viele andere Verfahren können die Integration von Leistungsbauelementen nicht auf höheren Leistungsebenen unterstützen. Folglich müssen dann größere Halbleiter eingesetzt und/oder beträchtliche Leistungseinbußen hingenommen werden. Um diese Probleme zu umgehen, setzen andere Halbleiterhersteller auf sog. Multiple-Chip-Lösungen. Die BCD Plus-Verfahrenstechnik von MPS hingegen ermöglicht es hiergegen, kleinere hocheffiziente und genaue Single-Chip-Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Diese erhöhen die Produktivität und reduzieren zugleich die Kosten. Endprodukte können daher auch kompakter gestaltet werden, was insbesondere für tragbare elektronische Geräte zunehmen wichtiger wird.

Die Produkte von MPS kommen in einer Vielzahl von Märkten zum Einsatz. Zudem profitiert MPS von zahlreichen Megatrends wie beispielsweise 5G, Cloud Computing oder dem IOT (Internet of Things).

Wachstumstreiber für die kommenden Jahre, Quelle: Investorenpräsentation MPS

Wo werden die Produkte von MPS eingesetzt?

Die Gleichstrom-zu-DC-Schaltungen (ICs) von MPS werden verwendet, um Spannungen innerhalb von elektronischen Systemen umzuwandeln und zu steuern. Die Technologie kommt beispielsweise bei tragbaren elektronischen Geräten, drahtlosen Local Area Network (LAN)-Zugangspunkten, Computern, Monitoren, Automobilen und bei medizinischen Geräten zum Einsatz.

Battery Management Applications

Endgeräte werden immer kleiner, hierfür braucht man energieeffiziente Batterien.

Automotive

Die Produkte von MPS kommen bereits jetzt bei vielen Automobilzulieferen zum Einsatz.

Quelle: Investorenpräsentation MPS

Klar – die Automobilindustrie ist derzeit im Wandel. Viele Zulieferer und Autobauer sind aufgrund der Corona Pandemie ist einer schwierigen Situation. Beides sollte aber keine Auswirkungen auf den Wachstumstrend von MPS haben. Deren Produkte werden unabhängig davon gebraucht, ob ein Diesel- oder ein Elektromotor im Auto verbaut wird – liefert MPS doch die Power-Halbleiterkomponenten für die Technik, die im Auto verbaut wird:

Quelle: Investorenpräsentation MPS

Computing

Aufgrund der starken Nachfrage nach Cloud-Lösungen ist das Wachstum im Bereich Computing derzeit mit knapp 30% am stärksten.

Wachstumsraten nach Bereich, Quelle: Investorenpräsentation MPS

Umsatz nach Regionen

Quelle: marketscreener.com

3. Chancen und Risiken

Chancen

Der Energiebedarf steigt weiter. Die Power Module von MPS tragen dazu bei, den Energieeinsatz bei Endprodukten zu reduzieren und diese somit kosteneffizienter und umweltfreundlicher zu gestalten.

MPS liefert Produkte, die in vielen Zukunftsmärkten zum Einsatz kommen: 5G, IoT, Cloud, Autonomes Fahren usw. – überall ist mit steigender Nachfrage zu rechnen. Und MPS verdient mit!

CEO Michael Hsing hat „Skin in the Game“. Er hat das Unternehmen aufgebaut und an die Börse gebracht. Selbst ist der mittlerweile 60 jährige größter Privataktionäre mit knapp 2,62%. Es ist daher wahrscheinlich, dass die langfristige Steigerung des Shareholder Values kurzfristigen Optimierungen vorgeht und Entscheidungen daher im Interesse von uns Aktionären getroffen werden.

Risiken

Knapp 60% der Umsätze werden in China erzielt. Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China könnten dazu führen, dass es für MPS schwieriger wird, an bisherige Wachstumsraten anzuknüpfen. Andererseits produziert MPS überwiegend an den Standorten Chengdu, Hangzhou, Shenzhen, und Shanghai – wäre also beispielsweise bei neuen Handelszöllen nicht oder nur geringfügig betroffen.

Die Halbleiterindustrie ist zyklisch. Aktien aus diesem Bereich schwanken üblicherweise stärker als andere Aktien. Investoren sollten sich mit Blick auf den Langfristchart hier nicht allzu große Gedanken machen.

Schließlich gibt es in der Branche infolge des schnellen technischen Fortschritts immer wieder Umbrüche, so dass ebenfalls das Risiko gegeben ist, dass es MPS versäumt, den Anschluss an neue Trends zu halten. Bislang jedoch zeichnete sich MPS als innovatives Unternehmen aus.  

4. Qualität:

MPS kommt bei Anwendung der Aktienliebe Scorecard auf einen Qualitätsscore von 90% (max. 100%). Es handelt sich damit um ein echtes Qualitätsunternehmen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Umsatz und Gewinn wachsen stetig. Im Jahr 2011 kam es allerdings zu einem Rückgang beim operativen Gewinn um mehr als 50%, weshalb es in unserer Scorecard einen Punktabzug gibt.

In den letzten 10 Jahren betrug die Wachstumsrate dennoch 14% beim Umsatz und sogar 18,9% beim EBIT. In den kommenden Jahren sind die Schätzungen beim Umsatz ebenfalls bei 14%, beim operativen Ergebnis soll sogar ein Wachstum von 39% p.a. erreicht werden. Ob die dafür benötigte Steigerung der Gewinnmarge von bislang 20% auf über 30% gelingt, bleibt allerdings abzuwarten.

Verschuldung

Die Bilanz ist top – das Unternehmen ist schuldenfrei und kann sein Wachstum aus den eingehenden Gewinnen stemmen.

Ein Blick auf die Dividende

Seit 2014 wird bei MPS auch eine Dividende gezahlt und seither nie gesenkt, sondern von 0,45 USD pro Aktie auf 1,6 USD im Jahr 2019 gesteigert. Mit einer erwarteten Rendite im Jahr 2020 von 0,85% ist die Aktie dennoch eher wenig interessant für Dividendenjäger.

5. Bewertung

Wir haben gesehen, dass MPS ein tolles Qualitätsunternehmen ist. Sollte man die Aktie also kaufen? Nun ja – das hängt von der Bewertung ab. Schauen wir uns diese daher einmal genauer an.

Hierfür nutzen wir regelmäßig das IRR Modell, da wir langfristig investieren und Market Timing lieber anderen überlassen. Unterstellt man einen langfristigen Buy-and-Hold Ansatz errechnet sich die Rendite aus zwei Faktoren:

  • langfristiges Gewinnwachstum
  • Free Cashflow Rendite

Die FCF Rendite beträgt derzeit knapp 1,5%. Langfristig trauen wir MPS ein Gewinnwachstum von 14% p.a. zu. Somit ergibt sich eine jährliche Rendite von gut 15,5%, was in unserer Scorecard die volle Punktzahl von 100% bedeutet:

Langfristig betrachtet ist ein Einstieg bei MPS daher attraktiv. Kurzfristig muss man allerdings derzeit zu einem KGV (Kurs Gewinn Verhältnis) von knapp 75 investieren. Das historische KGV der letzten Jahre liegt hingegen „nur“ bei 56,5. Damit ist die Aktie derzeit ziemlich teuer – zumindest im historischen Vergleich.

Der Anstieg lässt sich dadurch erklären, dass durch eine Steigerung der Gewinnmarge zukünftig mit einem deutlich höheren Gewinn gerechnet wird. Das KGV kann dies grundsätzlich nicht abbilden, spiegelt es immer nur das Verhältnis von aktuellem Gewinn zum Aktienkurs wider. Betrachten wir daher die Entwicklung des Gewinns pro Aktie (EPS) und damit des KGVs in den kommenden drei Jahren:

2020e2021e2022e
KGV82,5261,5758,94
EPS2,853,823,99

Das KGV für 2022 läge immer noch bei stolzen 59. Insgesamt erscheint die Aktie daher gerade auch für einen Wachstumswert eher teuer bewertet zu sein.

6. Fazit

MPS hat gute Produkte und profitiert gleich von mehreren Megatrends. Die Wachstumsraten sind und bleiben zweistellig, langfristig wird so auch der Aktienkurs weiter wachsen.

Mit einem Gesamtscore von 95% ist die Aktie für langfristig orientierte Anleger unserer Meinung nach kaufenswert.

Kurzfristig betrachtet erscheint der Aktienkurs derzeit recht hoch zu sein – sowohl mit Blick auf das historische als auch das erwartete KGV für das Jahr 2022.

Aus unserer Sicht kann es daher sinnvoll sein, erst einmal eine kleine Position aufzubauen oder die Aktie zunächst auf die Watchlist zu packen. Bei Kursrücksetzern kann dann gerne nachgekauft werden.

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Disclaimer

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Wir können daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

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