Das war diese Woche relevant

Jede Woche schauen wir auf die wichtigsten Nachrichten, die die Börse bewegt haben. Diese Woche mit Wirecard, Amazon, Varta, Deutsche Telekom, Deutsche Pfandbriefbank und Tencent

Wochenrückblick vom 11.05. – 15.05.2020

  1. Wirecard
  2. Amazon
  3. Varta
  4. Deutsche Telekom
  5. Deutsche Pfandbriefbank
  6. Tencent

Wirecard mit vielen Problemen

  1. Auch der Zahlungsdienstleister Wirecard hat im ersten Quartal die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gespürt. Vorstandschef Braun bestätigte aber trotz eines langsameren Wachstums als zuletzt die Jahresprognose. Zwar befindet sich das Geschäft mit Fluggesellschaften und Reisebüros deutlich unter Druck. Wirecard profitiert jedoch vom zunehmenden Online-Shoppingboom.
  1. Zudem wurde Klage gegen den Zahlungsabwickler eingereicht. Wirecard habe falsche, unterlassene und unvollständige Kapitalmarktinformationen gegenüber den Aktionären gegeben und sich damit schadenersatzpflichtig gemacht -so lautet der Vorwurf der Kläger. Es geht um Aktienkäufe im Zeitraum vom 24. Februar 2016 bis 27. April 2020. Vor allem die Kommunikation rund um die KPMG-Sonderprüfung habe dazu geführt, dass zeitweise ein Börsenwert von mehr als fünf Milliarden Euro vernichtet worden ist.
  1. Außerdem wurde bekannt, dass ein Wirecard Partner aus Dubai (Al Alam) seine Tore schließt. Dies ist umso brisanter, da dieses sogenannte Drittpartnergeschäft seit Jahren immer wieder im Zentrum der gegen Wirecard erhobenen Vorwürfe der Bilanzmanipulation steht. Wirecard arbeitet in Ländern, in den der Konzern keine eigenen Lizenzen besitzt, mit Partnern zusammen. Al Alam war wohl einer von drei umstrittenen Drittpartnern, mit denen Wirecard in der Vergangenheit rund die Hälfte der Einnahmen erwirtschaftet habe.

Kurzeinschätzung: Man ist zunehmend genervt von der unprofessionellen Kommunikation des Unternehmens. Derzeit führt jede Nachricht zu Wirecard zu starken Kursturbulenzen. Die Aktie bleibt daher nur für spekulative Anleger interessant.

Amazon greift nach größter Kinokette der Welt AMC

Amazon plant inmitten der Corona-Krise wohl einen Einstieg ins Kinogeschäft. Die weltgrößte Kinokette AMC soll übernommen werden. AMC leidet stark unter der Corona-Pandemie. Weltweit sind Kinos derzeit geschlossen, Einnahmen brechen weg.

Ein Zukauf dieser Größe würde Amazon mit einem Schlag an die Spitze im Kinobereich katapultieren, denn AMC ist stark verflochten und weltweiter Marktführer. Bislang zählt Amazon mit Amazon Video zu den größten Streaminganbietern für Filme und Serien. Mit dem Kauf von AMC könnte das Unternehmen seinen Einfluss in Hollywood massiv ausbauen. Somit könnte die Übernahme eine sinnvolle Ergänzung für den hauseigenen Streamingdienst darstellen.

Kurzeinschätzung: Eine interessante Entwicklung, die absolut Sinn ergeben könnte. Amazon ist und bleibt ein Kauf!

Bei Varta läuft es

Viele Konzerne leiden unter den Lasten der Coronakrise. Nicht so Varta. Das MDax-Unternehmen ist zum Jahresstart rasant gewachsen. Von einer Schwäche will der Batteriehersteller nichts wissen.

Von Januar bis März steigerte Varta seinen Umsatz um beeindruckende 170 Prozent auf 198,5 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) konnte Varta um 197 Prozent auf 51,7 Millionen Euro verbessern. Die bereinigte Ebitda-Marge verbessert sich um 2,3 Prozentpunkte auf 26,0 Prozent. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen.

Die von Varta produzierten Lithium-Ionen-Zellen werden unter anderem in Apples äußerst erfolgreichen kabellosen AirPods-Kopfhörern verwendet.

Kurzeinschätzung: Varta bleibt auf Wachstumskurs. Die Aktie ist immer noch weit von ihrem Allzeithoch entfernt und ist daher weiterhin für einen Einstieg geeignet.

Bei der Telekom läuft es rund

Die Deutsche Telekom zeigt sich in der Corona-Krise robust und bleibt auf Wachstumskurs. Trotz geschlossener Läden und einem Rückgang beim Verkauf von Endgeräten wurde das Ergebnis gesteigert – dies gelang durch das bessere Telefongeschäft.

Der fehlende Verkauf von Smartphones ist margenschwach und spielt beim Ergebnis nur eine kleine Rolle. Dagegen profitierte die Telekom vom Home Office Boom. Auch in den USA läuft es weiter rund: Bereits jetzt trägt das US-Geschäft mehr als die Hälfte zum Umsatz der Telekom bei – Tendenz steigend, denn kürzlich wurde die Marktposition der US Tochter nach langem Hin und Her mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint deutlich ausgebaut.

Kurzeinschätzung: Eine hohe Dividendenrendite, ein solides Geschäftsmodell, Wachstumsphantasie durch den 5G Ausbau – was will man mehr. Die Deutsche Telekom könnte eine tolle Ergänzung fürs Depot sein.

Einbruch bei der Deutschen Pfandbriefbank

Die Aktionäre der Deutschen Pfandbriefbank erleben gerade schwierige Zeiten. Nachdem der Kurs sich bis Mitte März mehr als halbiert hatte, geht es nun noch weiter bergab. Der Grund? Anleger fürchten die gestiegenen Risiken der Immobilienbranche. So muss die PBB derzeit hohe Beträge für „faule“ Kredite zurückstellen – das belastet das Ergebnis.

Die Deutsche Pfandbriefbank war 2009 aus der verstaatlichten Bank Hypo Real Estate hervorgegangen und wurde im Sommer 2015 an die Börse gebracht. 

Kurzeinschätzung: Die PBB ist bei vielen Dividendeninvestoren sehr beliebt. Allerdings ist das aktuelle Marktumfeld schwierig und es bleibt abzuwarten, wie die PBB durch die Krise kommt. Aktuell drängt sich für uns kein Kauf auf.

Corona Profiteur Tencent

Tencent lieferte tolle Zahlen und profitiert von Corona. Eine hohe Nachfrage nach Videospielen hat den Umsatz des chinesischen Spiele- und Social-Media-Giganten im ersten Quartal angetrieben.

Tencent erreichte ein Umsatzplus von 26 Prozent auf 108,07 Milliarden Yuan (umgerechnet gut 14 Milliarden Euro). Der Gewinn lag bei 28,90 Milliarden Yuan (3,76 Milliarden Euro) und damit deutlich über den Analystenerwartungen.

Kurzeinschätzung: Wachstum, Wachstum, Wachstum – das gilt sowohl für das Geschäft als auch für den Aktienkurs. Es stimmt einfach alles bei Tencent – ein klarer Kauf.

Disclaimer

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Wir können daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

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