Investment Idee: Northern Data

Abseits der, bei Privatinvestoren allseits beliebten Blue Chips, gibt es sehr viele interessante kleinere Unternehmen, die vielversprechende Geschäftsmodelle und spannende Zukunftsaussichten haben.

Wir bei Aktienliebe stellen euch regelmäßig solche Small Caps im Rahmen von Kurzanalysen vor. Heute starten wir mit Northern Data – einem echten Profiteur der Corona Pandemie…

German Investment Bank Hauck Sets Price Target for Northern Data ...
NameNorthern Data
WKNA0SMU8
LandDeutschland
SektorTechnologie
Marktkapitalisierung530 Mio. EUR
KGV 2019 / 2020e / 2021eN/A (Verlust) / 18,5 / 5,59

Der Aktienkurs

In diesem Artikel

  1. Das Geschäftsmodell
  2. Der Markt
  3. Chancen
  4. Fazit

Das Geschäftsmodell

Die Northern Data AG entwickelt und baut Infrastrukturlösungen im Bereich des High-Performance Computing (HPC).

Das Unternehmen bietet seine HPC-Lösungen sowohl stationär in großen Zentren als auch in mobilen, auf Containern basierenden Hochtechnologie-Rechenzentren an, die an jedem beliebigen Ort weltweit aufgestellt werden können. Das Unternehmen kombiniert selbst entwickelte Software und Hardware mit intelligenten Konzepten für eine nachhaltige Energieversorgung und bedient Kunden weltweit.

Was ist HPC?

Bei High-Performance-Computing (HPC) geht es um den Einsatz von Hochleistungsrechnern und Supercomputern für die Berechnung komplexer Vorgänge. Diese sind beispielsweise in der Medizintechnik, für Wettermodelle, meteorologische Modelle, Modelle der Festkörperphysik, der Weltraumforschung, für die Militärtechnik, die virtuelle Realität, die Simulationstechnik und für Crashtests erforderlich. Hochleistungsberechnungen werde auch im Business-Bereich durchgeführt, z.B. im Hochfrequenz-Handel von Wertpapieren, bei Transaktionen und im Data Warehouse.

Es handelt soch um eine Schlüsseltechnologie, die immer relevanter für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung wird. Um Berechnungen zu unterstützen, ist eine gut ausgebaute HPC-Infrastruktur in der Lage, die Rechenleistung für die Dauer der Rechenoperationen aufrechtzuerhalten.

Anwendungsbeispiele

Mit High-Performance-Computing (HPC) lassen sich neue Erkenntnisse und Informationen schneller als je zuvor gewinnen. Die Technologie kommt in verschiedensten Bereichen zum Einsatz:

  • Die neuesten Fortschritte in computergestützter Modellierung und Simulation verkürzen die Entwicklungszyklen in der Fertigungsbranche und verbessern die Produkte.
  • Animationsstudios wie Pixar nutzen HPC, um Animationen lebensechter zu gestalten.
  • Im Bereich der Biowissenschaften konzentrieren sich Forschung und Praxis auf einzelne Zellen, Gene und Neuronen. Skalierbare HPC-Systeme liefern immense Zuwächse an Datenverarbeitungseffizienz. Das Ergebnis ist eine bessere Patientenversorgung, zum Beispiel neue computergestützte Bildgebungsverfahren, mit denen Verletzungen und Erkrankungen des Gehirns behandelt werden.

Kurzum: In der Medizin, beim Wetterdienst, beim Umweltschutz und bei der Cybersicherheit werden Hochleistungsrechner genutzt. In Forschungs-, Produktdesign- und Ingenieurgruppen werden sie häufig für rechenintensive Simulations- und Optimierungsaufgaben in Bezug auf Strömungsdynamik, mechanische und strukturelle Belastungen und elektromagnetisches Verhalten eingesetzt. Aber auch in Bereichen wie Deep Learning, Arzneimittelforschung und Finanzmarktprognose ist HPC ein Standardansatz.

Datacenter Lefdal Mine, direkt an einem Fjord (Nordfjord) in Norwegen, knapp 200 Kilometer
nördlich der Stadt Bergen. Quelle: Halbjahresbericht 2019

Strategie

Angesichts der Corona-Pandemie ist mit einem massiven Anstieg der Nachfrage nach Rechenkapazitäten zu rechnen. Einerseits werden von Pharmakonzernen und Forschungseinrichtungen weltweit erstmals großflächig HPC-Systeme eingesetzt, um Berechnungen und Simulationen im Bereich Bioinformatik und Epidemiologie in kürzester Zeit durchzuführen. Diese würden mit herkömmlichen Computersystemen mehrere Monate oder sogar Jahre in Anspruch nehmen.
Andererseits haben sich im Zuge der COVID-19-Pandemie weltweit die Arbeitsumstände gravierend geändert. Aufgrund der derzeitigen Beschränkungen sind Unternehmen derzeit gezwungen, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Der damit verbundene Einsatz von digitalen Anwendungen wie Videokonferenz-Tools sorgt für eine explosionsartige Nachfrage nach Rechenkapazitäten.

Um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden, beabsichtigt das Unternehmen den beschleunigten Ausbau von Kapazitäten an seinen bisherigen Standorten sowie die Entwicklung weiterer Standorte.

So hat Northern Data einen neuen Standort in den USA in Betrieb genommen. Mit einer Fläche von mehr als 40 Hektar (entspricht der Größe von rund 57 Fußballfeldern) handelt es sich um das weltweit größte HPC-Rechenzentrum. Ursprünglich sollte hier bis zum Jahresende eine Gesamtkapazität von einem Gigawatt erreicht werden. Aufgrund der veränderten Nachfragesituation beginnen nun die Planungen, den Standort nahtlos auf bis zu 3,6 Gigawatt zu erweitern.

Darüber hinaus beschleunigt die Gesellschaft die Entwicklung weiterer Standorte für zusätzliche large-scale HPC-Facilities in Kanada und Skandinavien.

Der Markt

Beim High-Performance Computing (HPC, Hochleistungsrechnen) arbeiten tausende Hochleistungsrechner parallel, um Milliarden von Daten in Echtzeit zu verarbeiten – ein Vielfaches der Leistung eines normalen Computers. Mit speziellen Hardware-Technologien und komplexer Software ist HPC als Schlüsseltechnologie Treiber der digitalen Transformation, die durch massive Megatrends wie Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz (KI), Blockchain, neue Mobilfunkstandards, e-gaming und viele weitere getrieben wird. HPC war in den letzten 15 Jahren einer der am schnellsten wachsenden IT-Märkte.

Betrug der Umsatz im Jahr 2017 noch 24 Milliarden, sollten im Jahr 2023 bereits 44 Milliarden USD für HPC ausgegeben werden. Allein der Umsatz mit HPC-Servern wird 2023 auf knapp 20 Milliarden US-Dollar wachsen. Experten prognostizieren für den Zeitraum 2019 bis 2024 für den Cloud-High-Performance-Computing-Markt ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 12 Prozent.

Chancen

Das Betreiben von Rechenzentren ist aufgrund der hohen Nachfrage nach Rechenkapazitäten infolge von Megatrends wie Industrie 4.0, Internet der Dinge oder Blockchain sehr aussichtsreich. Durch die Corona Pandemie kommt jetzt noch weiteres Potenzial dazu.

Aufgrund von Corona ist mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen. Viele Menschen arbeiten derzeit im Homeoffice, Pharmakonzerne und Forschungseinrichtungen forschen unter Hochdruck nach einem Wirkstoff gegen die Pandemie. Hierzu werden erstmals großflächig Hochleistungsrechner eingesetzt.

Davon kann Northern Data profitieren. CEO Aroosh Thillainathan schätzte erst kürzlich für dieses Jahr einen Umsatz von 120 bis 140 Millionen Euro bei einer Kapazität von 300 Megawatt im Rechenzentrum des Unternehmens in Texas. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollte zwischen 45 und 60 Millionen Euro liegen. Das war vor Corona. Nun ist bereits zum Jahresende eine Kapazität von 1,0 Gigawatt geplant (=1.000 Megawatt) – weiter steigend!

Wenn also 300 Megawatt einen Umsatz von 120 – 140 Millionen Euro und einen Gewinn zwischen 45 und 60 Millionen Euro bedeuten, würde eine Erweiterung auf 1 Gigawatt einen Umsatz von ca. 380-500 Millionen Euro und ein Ebitda zwischen 140 und 250 Millionen Euro bedeuten. Bei einem Gigawatt ausgelasteter Rechenkapazität im nächsten Jahr würde dann der Gewinn pro Aktie bei knapp 8 Euro liegen. Beim gegenwärtigen Kurs wäre das ein KGV (Kurs Gewinn Verhältnis) von gerade einmal 5,6!

Quelle: http://www.marketscreener.com
Quelle: http://www.marketscreener.com

Fazit

Northern Data bewegt sich in einem Zukunftsmarkt, der gerade einen enormen Schub erfährt. Aber auch nach Covid-19 wird die Nachfrage nach Rechenleistung hoch bleiben.

Zugegeben – Northern Data ist eine spekulative Wette, aber für mutige Investoren durchaus interessant.

Disclaimer

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Wir können daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

Wir besitzen noch keine Aktien von Northern Data, können uns aber gut vorstellen, hier bald mit einer ersten kleinen Tranche einzusteigen.

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