Microsoft – Diese Aktie gehört in jedes Depot

Microsoft ist der größte Softwarehersteller der Welt. Jeder kennt das im Jahr 1975 von Bill Gates gegründete Unternehmen und sein Betriebssystem Microsoft Windows. Doch Microsoft ist viel mehr als das. Warum wir denken, dass diese Aktie in jedes Depot gehört? Lese selbst!

Microsoft hat ein neues Logo – über 30 Jahre Logo-Geschichte im ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Aktie im Überblick
  2. Geschäftsmodell
  3. Branchenanalyse
  4. Qualitätsscore
  5. Bewertungsscore
  6. Chancen und Risiken
  7. Fazit

1. Die Aktie im Überblick

Basisdaten

HauptsitzUSA
WKN870747
BrancheSoftware / Technologie
Aktueller Kurs174,55 USD
Marktkapitalisierung1.332 Mrd. USD
Nettoverschuldung0,00 (72,6 Mrd. USD Liquidität)
Enterprise Value1.259 Mrd. USD
Dividendenrendite1,14%
Free Cashflow Rendite 3,03%
Qualitätsscore95,72%
Bewertungsscore84,07%
Gesamtscore89,90%
Datum27.04.2020

Aktienkurs

2. Das Geschäftsmodell

Das Unternehmen wurde am 4. April 1975 von Bill Gates und Paul Allen in Albuquerque, (New Mexico) gegründet. Das Wort Microsoft ist ein Kofferwort aus englisch microcomputer und software.

Mehr als 9 von 10 Computern laufen mit dem Betriebssystem von Microsoft. Lediglich Apple verwendet ein eigenes Betriebssystem. Zu den Anwendungsprogrammen von Microsoft zählt neben der Office-Familie (Word, Excel, PowerPoint, Access, Outlook, Publisher) auch Skype.

Microsoft ist jedoch noch viel mehr als das:

Microsoft besitzt das weltgrößte Karrierenetzwerk LinkedIn. Dieses erfreut sich jährlich steigender Nutzerzahlen. Microsoft bekommt somit auch zahlreiche wertvolle Daten, die von den Mitgliedern dort erfasst werden.

Wastumstreiber und Perle im Unternehmen ist die Microsoft-Cloud (Azure), die sich ebenfalls rapide steigender Nachfrage erfreut. Microsoft ist nach AWS das zweitgrößte Cloud-Unternehmen der Welt. Es ist ein absoluter Zukunftsmarkt, der die Microsoft Aktie aus ihrer Lethargie befreit hat. So hatte Microsoft nach dem Platzen der DotCom Blase eine lange Durststrecke erlebt. Die Cloud verspricht nunmehr ein gigantisches Wachstum, was Microsoft früh erkannt hat und seitdem auf diesen Zukunftsmarkt setzt.

Schließlich verkauft Microsoft auch Hardware-Produkte. Dazu zählen die Surface-Geräte wie auch die Spielekonsole Xbox.

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

  • Verkauf von Betriebssystemen
    • für Server (Microsoft SQL Server, Windows Server, Visual Studio, System Center, CALs, Azure, etc.) – 42,1%
    • Computer: Programme zur Textverarbeitung (Word), Tabellenkalkulation (Excel), Verwaltung und Organisation von Datenbanken (Access), Präsentationen (Power Point), Customer Relationship Management – 25,2%
  • Verkauf von Videospielgeräten und -software (9%): Hauptsächlich Xbox
  • Unternehmensdienstleistungen (4,9%);
  • Verkauf von Computern, Tablets und Zubehör (4,8%)
  • Sonstiges (14%).

Knapp die Hälfte des Umsatzes wird in den Vereinigten Staaten erzielt. Derzeit beschäftigt Microsoft weltweit ca. 144.000 Mitarbeiter.

Tiefer Burggraben

Microsoft besitzt einen enorm tiefen Burggraben, der das Unternehmen vor Konkurrenz schützt und sehr auskömmliche Gewinnmargen ermöglicht. Sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen ist es nahezu unmöglich, auf ein anderes Betriebssystem zu wechseln. Word und Excel sind Basistools in der täglichen Arbeit und Kenntnisse bei diesen Tools werden im Rahmen von Bewerbungen vorausgesetzt. Microsoft Windows und Microsoft Office sind aus dem Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Die Umsatz- und Gewinnbasis ist so stabil wie bei kaum einem anderen Unternehmen.

Microsoft geht zunehmend dazu über, die Software nicht mehr bei der Anschaffung zu einem einmaligen Preis zu verkaufen, sondern monatliche Einnahmen einzustreichen. Diese sind viel planbarer und auch noch lukrativer. Es ist dadurch einfach geworden, den (Unternehmens-) Kunden nach und nach weitere Pakete zu verkaufen und so den Umsatz immer weiter zu steigern.

Die Zukunft liegt in der Cloud

Während in den 70ern Großrechner die Computerwelt prägten, fand ab den 90ern der Personal Computer (PC) Einzug in Unternehmen und Privathaushalte und sorgte für eine Dezentalisierung. Jeder konnte Software nutzen, musste diese aber zentral auf seinem Rechner speichern. Die Rechen- und Speicherleistung waren somit – je nach Modell – stark begrenzt.

Das Cloud-Computing ermöglicht es nun, dass Computer lokal genutzt werden können, die Rechen- und Speicherkapazität nun aber in der „Cloud“ erweitert wird. Es handelt sich also um ein Netzwerk von Internetservern, das auf Anfrage Daten verarbeiten und speichern kann.

Gerade weil viele Unternehmen bereits Microsoft-Produkte im täglichen Einsatz haben, ist es im nächsten Schritt nur logisch, Daten auch in die Cloud auszulagern. Davon profitiert Microsoft.

3. Branchenanalyse

Dank Microsoft Windows und Office ist Microsoft bei Beitrebssystemen und Software sehr gut aufgestellt – das sorgt für solide und gut planbare Einnahmen. Apple mischt zwar mit und auch Google hat einige Lösungen im Angebot. Allerdings ist Microsoft hier aus unserer Sicht unaufholbarer Marktführer. Im Folgenden schauen wir daher eher auf den Zukunftsmarkt: Die Cloud! Diese sorgt schließlich auf für das dynamische Wachstum.

Amazon AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, IBM Cloud und Alibaba Cloud sind die derzeit wichtigsten Cloud-Anbieter, doch es gibt viele weitere. Für alle gilt: Der Markt ist sehr dynamisch. Jeden Monat gibt es eine Vielzahl von neuen Komponenten oder Änderungen.

Amazon AWS ist der etablierte Marktführer, war das Unternehmen einer der ersten Cloud-Anbieter überhaupt. Die AWS-Cloud hat u.a den Vorteil, dass sie schon bei vielen Unternehmen etabliert ist. Startschwierigkeiten sind überwunden, viele AWS-Komponenten gelten als erprobt und zuverlässig.

Die Nummer 2 ist Microsoft Azure. Das gute Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Produkten wie Windows Active Directory, SQL Server und Visual Studio sorgt für steigende Wachstumszahlen.

Die Google Cloud liegt auf Platz 3 weit hinter hinter AWS und Azure. Eine ihrer Stärken ist der Einsatz von Open-Source-Technologien, was auch eine gewisse Portabilität ermöglicht. Interessant ist die Google Cloud auch für Geschäftsfelder, die einen starken Fokus auf Public Clouds legen. Jedoch hat die Google Cloud große Nachteile gegenüber AWS und Azure: Google betrat den Markt ziemlich spät und hat allgemein weniger Services. Außerdem ist Google in China, mit Ausnahme von Hongkong und Taiwan, de facto nicht präsent und somit für Unternehmen, die dort einen Cloud-Anbieter benötigen, nicht interessant.

Auch das chinesische Alibaba mischt zunehmend im Cloud Geschäft mit. Dessen Cloud ist allerdings in westlichen Ländern bislang relativ wenig verbreitet.

Der Markt ist dynamisch, wächst schnell und bietet daher auch für mehrere Anbieter derzeit genug Wachstumsmöglichkeiten. Microsoft ist hier sehr gut positioniert und wird weiterhin überproportional profitieren.

4. Qualitätsscore

Schauen wir nun auf die harten Zahlen. Microsoft erzielt einen spitzenmäßigen Qualitätsscore von 95,72% (max. 100%):

Umsatzwachstum 10J7,97%7,97%
Umsatzwachstum 3J11,73%10%
EBITwachstum 10J7,75%7,75%
EBITwachstum 3J14,64%10%
Nettoschulden / EBIT < 40,0020%
Gewinnkontinutät 10Jja10%
EBIT Drawdown 10J ->50%ja10%
EK Rendite > 15% (3J)17,34%10%
EBIT Marge >10%ja10%
Hohe Qualität – knapp 96%

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Umsatz und Gewinn wachsen sehr stetig. Durch die Cloud Lösung Azure ist neue Phantasie in die Aktie gekommen. Die Wachstumsraten ziehen wieder stark und sind in den kommenden drei Jahren fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der letzten 10 Jahre.

Man sieht deutlich, wir Azure das Gewinnwachstum ankurbelt

Bilanzanalyse

Die Bilanz ist top – keine Schulde, sondern knapp 72 Mrd. USD liquide Mittel, was ca. 9,5 USD pro Aktie bedeutet.

Was mit diesem Cash-Bestand passieren soll? Vielleicht eine strategische Übernahme, gerade jetzt, wo einige Unternehmen aufgrund von Corona günstig zu haben sind…

Dividendenentwicklung

Die Dividendenentwicklung ist sehr erfreulich – sie läuft von links unten nach recht oben und wächst jährlich zweistellig an.

Dividendenrendite 20e1,14%
Auszahlungen/Jahr4
Steigert seit16 Jahren
Keine Senkung seit16 Jahren
Stabilität der Dividende0,98 (max. 1,0)
Jährlicher Dividenden-
zuwachs
11,04 % (5 Jahre)
14,85% (10 Jahre)
Ausschüttungsquote33,8 % (auf den Gewinn/FFO)
36,8% (auf den Free Cash Flow)

5. Bewertungsscore

Microsoft erzielt einen Bewertungsscore von knapp 85% – das deutet auf eine faire bis immer noch leicht günstige Bewertung der Aktie hin. Schaue wir uns hierzu zwei Modelle an:

KGV Modell

Das aktuelle Kurs Gewinn Verhältnis liegt mit 31,45 doppelt so hoch als der Schnitt der letzten 10 Jahre (15,7). Dies ist damit zu erklären, dass sich das Wachstum aufgrund der Cloud in den letzten Jahren wieder deutlich beschleunigt hat. Dies rechtfertigt aus Sicht der Investoren ein deutlich höheres KGV. Mitte der 2010er Jahre wurde Microsoft aufgrund des geringen Wachstums wie ein durchschnittlich wachsendes Unternehmen am Markt bewertet. Nun spricht man der Aktie wieder eine Bewertung zu, wie sie für stark wachsende Unternehmen üblich ist.

Der Gewinn pro Aktie (EPS – Earnings per share) soll in den kommenden drei Jahren um knapp 12% steigen. Langfristig würden wir das Unternehmen ein KGV von 25 zubilligen (konservative Schätzung). Damit ergibt sich eine Rendite nach dem KGV Modell von 7,66% p.a.

EPS 20195,06 USD
EPS Wachstum12,32% p.a.
EPS 202914,4 USD
KGV 2029 (unterstellt)25
Aktienkurs 2029360 USD
abzgl. Margin of Safety (5%)342 USD
Kurs heute174,55 USD
Rendite p.a.7,66 %

IRR Modell

Unterstellt man einen langfristigen Buy-and-Hold Ansatz errechnet sich die Rendite aus zwei Faktoren:

  • langfristiges Gewinnwachstum
  • Free Cashflow Rendite

Die FCF Rendite beträgt derzeit 3%. Langfristig trauen wir Microsoft ein Gewinnwachstum von 12% zu. Das Wachstum in den kommenden drei Jahren wird bei knapp 15% liegen – wir rechnen hier aufgrund des langfristigen Horizontes daher mit einem konservativeren Wert. Somit ergibt sich eine konservativ geschätzte Rendite von 15%.

Gesamtscore

Die Renditeerwartung nach beiden Modellen ergibt den Gesamt-Bewertungsscore für Microsoft von knapp 85%.

6. Chancen und Risiken

Chancen

  • Tiefer Burggraben: Über 90% aller PCs weltweit laufen mit dem Betriebssystem Windows. Microsoft Office ist und bleibt die am weitesten verbreitete Geschäftssoftware. Die unangefochtene Dominanz bei Betriebssystemen und Geschäftssoftware bindet viele Geschäftskunden an sich, die nicht einfach ihre immensen Daten auf andere Alternativen schieben können.
  • Stark wachsendes Cloud Geschäft: Microsoft bewegt sich mit Office 365 weg von wiederkehrenden Office Updates. Stattdessen setzt man auf das Abo über die Cloud. Das gesamte Cloud-Business – darunter Office 365, Dynamics CRM und Azure – stellt Microsofts langfristige Wachstumsstrategie dar. Die Gesamtumsätze für die Cloud steigen schnell.

Risiken

  • Microsoft hat den Smartphone Boom verschlafen: Microsoft erzielt einen Großteil seines Umsatzes im PC-Markt. Durch Tablet und Smartphones geht der weltweite PC Umsatz jedoch zurück. Nur 2,7% aller Smartphones weltweit laufen mit Windows als Betriebssystem gegenüber 78% für Google Android und 18,3% für Apples iOs.
  • Technologische Disruption: Wie bei allen Tech-Konzernen besteht immer das Risiko, dass neue technologische Trends zu spät erkannt werden, wie es seinerzeit beispielsweise im Smartphone Geschäft der Fall war.
  • Konkurrenz: Langfristig betrachtet ist Google wohl die größte Gefahr für Microsoft. Da Google sich von Anzeigeneinnahmen ernährt, kann es immer wieder kostenfreie Alternativen zu Microsofts kostenpflichtigen Produkten auf den Markt bringen. Chrome OS und Google Docs sind zwar weniger beliebt als Windows und Office, aber das beständige Wachstum hat Microsoft bereits dazu gezwungen, die Preise zu senken. Diese Gefahr besteht auch für die Cloud-Dienste, wo sich mit IBM, Amazon, Google und anderen sich viele große Namen tummeln.

7. Fazit

Microsoft ist das weltweit führende Softwareunternehmen. Die Gesellschaft bietet ein breites Spektrum an Software-Produkten und Dienstleistungen für verschiedene Nutzergeräte. Trotz der Größe wächst Microsoft dank der Cloud zweistellig.

Investoren können sich mit dieser Aktie einen soliden und dennoch lukrativen Wert ins Depot legen, der zudem einen Gesamtscore von 90% erzielt. Selbst für Dividendeninvestoren kann Microsoft aufgrund der stark steigenden Dividende interessant sein. Wir halten die Aktie klar für einen Kauf.

8. Disclaimer

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Wir können daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

Wir besitzen derzeit Aktien von Microsoft.

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