Das war diese Woche relevant

Jede Woche schauen wir auf die wichtigsten Nachrichten, die die Börse bewegt haben. Diese Woche u.a. mit Wirecard, Unilever, Nestlé, SAP und Alibaba.

Montag, 20.04.2020

Daimler fährt Produktion teilweise wieder hoch

Nach vier Wochen Stillstand in großen Teilen der Produktion fährt der Autobauer Daimler seine Werke von diesem Montag an wieder hoch. Gearbeitet wird unter strengen Hygienevorgaben. Schichten werden nicht voll besetzt und die Dienstzeiten so geändert, dass sich die Beschäftigten weder am Werkstor noch in den Umkleideräumen begegnen. Auch Homeoffice soll weiterhin verstärkt genutzt werden.

Daimler hatte einen Großteil seiner Produktion im März heruntergefahren. Welche wirtschaftlichen Folgen die Corona-Krise nach sich ziehen wird, ist weiterhin nicht absehbar.

Kurzeinschätzung: Die Lage bei Daimler ist schwierig, erst einmal abwarten.

United Airlines mit Milliardenverlust

Ebenso wie die Lufthansa bringt die Corona-Pandemie die US-Fluggesellschaft United Airlines tief in die roten Zahlen. So soll der Verlust im 1. Quartal 2,1 Milliarden Dollar betragen, warnte das Unternehmen am Montag. Beim Umsatz rechnet United Airlines mit 8 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen würde. Die Airline betonte, dass es sich bislang lediglich um vorläufige Quartalsergebnisse handele.

Kurzeinschätzung: Nicht ins fallende Messer greifen - äußerst spekulativ.

Alibaba baut Cloud Geschäft aus

Ebenso wie Amazon möchte auch Alibaba vor allem im Cloud-Geschäft wachsen. Dieses legt schon jetzt stärker zu als der klassische Online-Handel. Dazu will der chinesische Internetkonzern in den kommenden drei Jahren knapp 26 Milliarden Euro in den Ausbau der Sparte investieren. Insbesondere soll die Zahl der Rechenzentren erhöht werden. Damit können die Cloud-Angebote in mehr Ländern angeboten werden. Weiterhin soll in den Ausbau von innovativen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz (AI) investiert werden.

Das Cloud-Geschäft gilt als Zukunftsmarkt und war im dritten Geschäftsquartal mit einer Wachstumsrate von 62 Prozent das am schnellsten wachsende Segment des Konzerns. Absolut betrachtet spielt das Cloud-Geschäft derzeit noch eine untergeordnete Rolle innerhalb des Unternehmens. Alibaba verdient bislang den Großteil mit E-Commerce und Internetspielen.

Kurzeinschätzung: Zukunftsmarkt, tolles Unternehmen mit enormem Wachstum. Ideal um vom steigenden Wohlstand in China zu profitieren. 

Dienstag, 21.04.2020

SAP benötigt klare Führung

Die erst vor wenigen Monaten ausgerufen Doppelspitze bei Europas größtem Technologieunternehmen ist schon wieder Geschichte. SAP trennt sich von Co-Chefin Jennifer Morgan. Die 48-Jährige wird das Unternehmen zum 30. April verlassen. Ihr bisheriger Co-Chef Christian Klein wird das Unternehmen künftig alleine führen. Morgan und Klein hatten erst Mitte Oktober 2019 gemeinsam die Nachfolge des bisherigen Konzernchefs Bill McDermott angetreten.

Als Grund wird – wie kann es anders sein – die aktuelle Situation aufgrund von Corona angeführt. Nun sei „schnelles und entschlossenes Handeln“ notwendig. Die „Entscheidung zurück zum Modell eines alleinigen Vorstandssprechers“ sei daher früher gefallen als geplant. „SAP benötigt eine klare Führung“, sagte Klein am Dienstagmorgen zu Journalisten.

Kurzeinschätzung: Das Hin- und Her an der Spitze wirkt schon etwas merkwürdig. Dennoch sehen wir SAP als langfristiges Basisinvestment.  

Bei HelloFresh läuft es

Die Aktien von HelloFresh steigen und steigen. Am Dienstag haben sie mit 33,12 Euro einen neuen Höchststand erreicht. Seit dem Rutsch im Zuge des Pandemie-Crashs bis auf 16,14 Euro Mitte März konnten sie sich mehr als verdoppeln.

Der Lieferant von Kochboxen ist Profiteur der Corona Krise, da die Menschen verstärkt von zuhause kochen. Auch der Aufstieg in den MDax gilt als Kurstreiber.

Kurzeinschätzung: Tolles Geschäftsmodell, fraglich ist es jedoch, ob der Trend auf nach Corona anhalten wird. 

Coca Cola: Getrunken wird immer, oder?

Auch der Konsumriese Coca-Cola spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ist das überraschend? Nein, da der Umsatz mit einer wichtigen Kundengruppe deutlich zurückgegangen ist: Den Unternehmen.

Rund die Hälfte seiner weltweiten Erlöse macht der Getränkekonzern nämlich mit gewerblichen Kunden: Restaurants, Theater und andere Veranstaltungsorte sind wegen der Pandemie geschlossen. Seit Anfang April ist die verkaufte Menge sogar weltweit um rund 25 Prozent geschrumpft. Der US-Getränkeriese rechnet deshalb mit deutlichen Auswirkungen der Pandemie auf sein Geschäft. Diese hängen stark davon ab, wie lange die Kontaktbeschränkungen noch gelten und wie schnell sich die Konjunktur erholen wird.

Kurzeinschätzung: Coca Cola bleibt für uns dennoch ein solides Unternehmen, die Dividende ist nicht in Gefahr. Große Sprünge wird man von dieser Aktie aber sicherlich auch nicht erwarten können.

Mittwoch, 22.04.2020

Biontech: Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff

Das Paul-Ehrlich-Institut hat die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus zugelassen. Das Mainzer Unternehmen Biontech, das auch mit dem US-Konzern Pfizer zusammenarbeitet, möchte mit den klinischen Tests Ende April beginnen. Die ersten Daten sollen dann Ende Juni oder Anfang Juli vorliegen.

Kurzeinschätzung: Wenn Biontech erfolgreich einen Corona-Impfstoff entwickelt, wird die Aktie durch die Decke gehen. Allerdings forschen hier zahlreiche Unternehmen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und damit eine große Spekulation.

Auch Teamviewer profitiert

Eine weitere sog. „Corona-Aktie“ ist die des deutschen Unternehmens Teamviewer. Die Aktie klettert derzeit von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Als Anbieter von Fernsteuerungs- und Videokonferenzsoftware gilt das Unternehmen als klarer Gewinner der Coronakrise. Seit Mitte März beträgt das Kursplus 88 Prozent.

Kurzeinschätzung: Zukunftsbranche, es wird nicht das letzte Rekordhoch sein, das die Aktie gesehen hat.

Auch AT&T leidet unter Corona

Die Corona-Pandemie zeigt auch beim Medien- und Telekomriesen aus den USA Spuren. Wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Krise werde der Jahresausblick zurückgezogen, teilte das US-Unternehmen mit.

Zwar boomt das Telekommunikationsgeschäft in Zeiten von Home-Office. Allerdings machen dem Konzern wegbrechende Werbeeinnahmen und fehlende Sportveranstaltungen wie die Basketball-Meisterschaften zu schaffen. Ende Mai will AT&T mit HBO Max einen eigenen Streamingdienst auf den Markt bringen und damit Netflix, Disney und Co. Konkurrenz machen.

Kurzeinschätzung: AT&T ist ein Dividendenaristokrat, die Dividende sollte sicher sein. Große Gefahren durch Corona sehen wir langfristig nicht. 

Donnerstag, 23.04.2020

ProSieben streicht Dividende

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 nimmt wegen der Coronakrise Jahresprognose und Dividendenvorschlag zurück. Derzeit sei es aktuell nicht möglich, einen Ausblick auf das finanzielle Ergebnis für das Gesamtjahr zu geben.

Zudem haben demnach Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2019 keine Dividende auszuschütten. Ursprünglich sollten die Aktionäre 85 Cent je Aktie erhalten.

Kurzeinschätzung: Fragliche Zukunftsperspektive in Zeiten von wachsenden Nutzerzahlen bei den Streaming Diensten und nun nicht einmal eine Dividende: Weshalb sollte man bei ProSieben als Privatanleger investieren?

Unilever mit Gewinnwarnung

Konsumgüterkonzerne gelten als wenig anfällig für Krisen, gegessen und getrunken wird immer – so heißt es. So überrascht es doch etwas, dass auch Unilever angesichts der Corona-Pandemie seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen hat. Die Auswirkungen der Krise auf Märkte und Geschäfte seien derzeit nicht zuverlässig abzuschätzen, teilte das niederländisch-britische Unternehmen am Donnerstag mit.

Unilever verzeichnet derzeit eine Änderung im Kaufverhalten der Kunden: Während das Geschäft mit Kosmetik, Körperpflege sowie Wasch- und Reinigungsmitteln leicht zulegen konnte, musste der Konzern Einbußen im Lebensmittelgeschäft hinnehmen – etwa bei Eiscreme.

Kurzeinschätzung: Dennoch ist Unilever ein solides Basisinvestment fürs Depot, gerade für Dividendeninvestoren.

Wirecard vor großem Befreiungsschlag?

Kommende Woche soll der Bericht von KPMG zur Sonderprüfung veröffentlicht werden. Bisher hat KPMG wohl keine Hinweise auf Manipulationen bei Wirecard gefunden. Bislang hätten sich in allen vier Prüfbereichen – dem Dritt-Partnergeschäft, der Sparte Merchant Cash Advance sowie bei den Töchtern in Indien und Singapur – keine „substanziellen Feststellungen“ ergeben, die eine Korrektur der Jahresabschlüsse 2016, 2017 und 2018 notwendig machten, erklärte Wirecard.

Allerdings diskutiert Wirecard mit KPMG noch um die Schärfe von Formulierungen in dem Prüfbericht. Offenbar gibt es doch einige Beanstandungen bei der Compliance und den internen Prozessen.

Kurzeinschätzung: Wenn der Sonderbericht tatsächlich überwiegend positiv ausfällt, dann erwartet die Aktie wohl eine Kursrallye. Derzeit spricht viel dafür.

Freitag, 24.04.2020

Ryanair sieht sich gut für die Krise aufgestellt

Ryanair-Chef Michael O’Leary sieht seine Airline in der Coronakrise gut gerüstet. Das Unternehmen verfügt über ausreichende Cash-Reserven, um ohne Staatshilfen durch die Krise zu kommen.

Damit greift er Konkurrenten wie beispielsweise die Lufthansa an, die offenbar deutlich schlechter aufgestellt sind. Das deutsche Unternehmen hat seine Quartalszahlen veröffentlicht und es scheint, dass sich die Fluglinie wohl nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten kann. 

Kurzeinschätzung: Es ist mit Pleiten bei den Airlines zu rechnen. Langfristig könnte Ryanair von weniger Wettbewerb profitieren. Lufthansa wird sicherlich ebenfalls bestehen bleiben - zur Not mit staatlicher Beteiligung. Was eine staatliche Beteiliung jedoch für die Lufthansa und die Aktionäre bedeutet würde, bleibt abzuwarten.

American Express bereitet sich auf Schlimmeres vor

Vom „digitalen Bezahltrend“ in Corona-Zeiten profitiert American Express nicht. Aufgrund der drohenden Rezession halten sich Amerikaner und Europäer mit Einkäufen zurück. So ist der Gewinn des US-Kreditkartenanbieters ist im ersten Quartal bereits um 76 Prozent eingebrochen.

Anders als Mastercard oder Visa vergibt Amex selbst Kredite und wickelt nicht nur die Zahlungen ab.

Kurzeinschätzung: Besser in Visa oder Mastercard investieren.

Nestlé – der Fels in der Brandung

Vorratskäufe in der Coronakrise haben Nestlé einen starken Jahresauftakt und das stärkste Wachstum seit fünf Jahren beschert. Auch die Prognose hat weiterhin Bestand. Der um Übernahmen und Wechselkurseffekte bereinigte Umsatz stieg im ersten Quartal um 4,3 Prozent. das ist das stärkste Wachstum seit fast fünf Jahren.

Damit übertraf der Nahrungsmittelriese die Analysten-Erwartungen ebenso wie andere Konsumgüterhersteller – etwa den stärker in Schwellenländern präsente Unilever-Konzern oder den französischen Rivalen Danone.

Kurzeinschätzung: Absolutes Qualitätsunternehmen, solides Basisinvestment.

Disclaimer

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können aber die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten nicht garantieren. Es handelt sich um einen journalistischen Beitrag, der ausschließlich Informationszwecken dient. Es findet keinerlei Anlageberatung von Aktienliebe statt. Ferner ist dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Bitte beachte, dass der Kauf von Aktien immer mit hohen Risiken verbunden ist, der im schlimmsten Fall sogar zum Totalverlust des investierten Kapitals führen kann. Wir können daher keinerlei Haftung für die von dir getroffenen Investitionsentscheidungen übernehmen.

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